Sonntag, 5. Oktober 2025

Schlachtfelder – Der Ukraine-Krieg im Tatort


© ARD / Jürgen Frey



Mit inzwischen 18 Episoden entwickelt sich das Team des Saarländischen Rundfunks mit dem Kommissar Paquet als schützendem Chef, der immer noch unsicher agierenden Mitarbeiterin Amelie Gentner und dem leicht schusseligen Tim Waller zum Long-Runner. Und ausgerechnet das weit im Westen Deutschlands gelegene Saarlouis macht den Ukraine-Krieg zum Thema. Kann das gut gehen?

Der Inhalt


Der investigative Journalist Neubert wird erschlagen in einem Hotel in Saarlouis aufgefunden. Mordwerkzeug war ein Hammer. Sonst gibt es keine Spuren. Allerdings finden sich sein Laptop und sein Handy. Neubert war offenbar einem Unternehmen auf der Spur, welches das Embargo gegen Russland umgeht. Auf seinem Handy sind grauenhafte Aufnahmen des Kriegs gegen die Ukraine zu hören. Ein erster Verdacht richtet sich gegen den Piloten Zerbe, der ihn in seinem Privatflug zum Verkehrslandeplatz Saarlouis-Düren mitgenommen hat. Offenbar mehrmals. Zerbe ist Miteigentümer einer Elektronik-Firma. Allerdings hat er die Geschäfte längst aus gesundheitlichen Gründen an seine deutlich jüngere Frau abgetreten. Im Gegensatz zu ihm, ist sie eine knallharte Geschäftsfrau. Doch Hinweise auf einen Embargo-Verstoß finden sich keine. Auch die langjährige rechte Hand von Zerbe, Frau Bauer, gibt keine Hinweise. Erst die Handy-Auswertung gibt eindeutige Hinweise. Doch da ist es fast zu spät. Zerbe ist zwischenzeitlich an einem Herzinfarkt gestorben und Paquet befindet sich in Lebensgefahr.

 

Das Hörspiel

 

Das Hörspiel ist voller Schlachtfelder. Der Krieg in der Ukraine, der Rosenkrieg zwischen Zerbe und seiner Frau und der Kleinkrieg des Paquet mit endlosen Sitzungen zu einer Neuordnung. Die Grauen des Krieges in der Ukraine sind immer wieder in kaum auszuhaltenden Tonbandaufnahmen des Journalisten zu hören. Ansonsten wird die Story konventionell erzählt. Hotel, Flugzeuge, Firmenbesichtigung geben eine hörenswerte Tonkulisse. Jeder im Team hat seinen eigenen, nicht ganz einfachen Charakter. Die Sprecher bringen dies gut zum Ausdruck. Einige Nebenrollen sind leider Fehlbesetzungen. Das Hörspiel ist nett anzuhören, aber auch nicht mehr. Die Handlung mäandert zwischen den verschiedenen Themen hin-und her, ohne zu fokussieren. Für Hörer ist es nie schön, wenn er der Ermittlung tapfer folgt, um am Ende zu erfahren, dass alles für die Katz war: Die Handy-Aufnahme klärt den Fall. Wie soll man da mitraten können? Das Ende ist durchaus spannend, aber wie so manches im Hörspiel nicht ganz einleuchtend. Wie kann Waller einen Anruf auf dem Handy des toten Journalisten annehmen? Und leider haben auch die berührenden Tonaufnahmen des Krieges keinerlei Bezug zur Handlung. 

Hier wurde eine Chance vertan. Für Gentner scheinen sich aber neue Chancen zu öffnen. Nimmt sie den Job als Chefin an?

 

Fazit

 

Professionell und routiniert gemacht, aber insgesamt nur Durchschnittsware auf Regionalkrimi-Niveau.

 

Wertung 70 % 

 

 

Dauer ca. 54 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

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