Sonntag, 28. September 2025

Schreckmümpfeli vom SRF – Ein Dauerbrenner





In diesem Herbst jährt sich ein Jahrhundertereignis. Am 05.11.2025 feiert die Gruselkrimi-Serie des SRF ihre 50-jähriges Existenz. Damals noch unter dem Sendernamen Radio Beromünster erschienen. Die Macher hatten die wagemutige Idee, Kurzepisoden von 8 – 12 Minuten zu senden, die Grusel und Krimi sowie literarischen Anspruch miteinander zu verbinden. Der SRF    hat ja eine gewisse Sympathie für das Thema Grauen. Es gibt ja eine eigene Sendereihe dazu. Die Episoden sollten immer am späten Abend gesendet werden. Daher der Name, der Schrecken und das Schweizer Bettmümpfeli (Betthupferl) miteinander verbindet. Die Episoden sind überwiegend auf Hochdeutsch und immer gut verständlich

 


 

Zur Geschichte


Bis zum Jubiläum sind fast tausend dieser ironischen Kurzkrimis erschienen und es werden immer noch jährlich ca. 20 Episoden neu produziert. Begonnen hat es mit der Bearbeitung von Klassikern des Schwarzen Humors: Slesar, Dahl, Bierce. Selbst Agatha Christie hat es in diese Reihe geschafft. Allerdings gab es auch Rückschläge. 1989 wurde die Sendung ausgesetzt, allerdings durch massiven Hörerprotest 2002 wieder aufgenommen. Die Texte stammen vornehmlich von Schweizer Autoren, aber auch namhafte Krimiautoren oder absolute Neulinge sind vertreten. So ganz nebenbei sind diese kleinen Werke auch der beste Einstieg für Regie-Neulinge.

 




Die Erfolgsfaktoren  

 

Die in sich abgeschlossenen Texte sind immer eine Mischung aus Krimi und Grusel, verknüpft mit Ironie und schwarzem Humor. Schnell wird Spannung aufgebaut, die dann zu einem überraschenden Ende führt.  Seit dem Entstehen gibt es die Sendung beim SRF jeweils montags um 23.04 Uhr zu hören. Nur dadurch hat sich die große Anzahl von Stammhörer entwickelt. Regie und hochklassige Sprecher bleiben so lange wie möglich gleich.  Es gibt fast ausschließlich Dialoge und sparsame Geräusche, die schon mal die Welt verändern können. Kult ist die schaurig-schöne Titelmelodie, die jeder Schweizer kennt. Sie basiert auf dem Wiegenlied von Brahms und klingt in der Verzerrung durch Säge und Elektronik richtig schön schräg. 

 

Verfügbarkeit

 

Bis heute wird die Sendung jeden Montag zur Gespensterzeit gesendet und steht als Download beim Sender zur Verfügung. Aktuell als Mischung von alten und neuen Produktionen. Eine beachtliche Zahl älterer Sendungen kann ebenfalls nachgehört werden. Einige ausgewählte Preziosen wurden auch auf, allerdings sehr teure, CD gepresst.

 

 

Fazit

 

Wer Krimi, Grusel und Ironie liebt, wird Stammhörer. Der SRF hat schon vor der Erfindung der Podcasts bewiesen, wie man Hörer bindet: Überzeugendes Konzept, hohe Qualität der Bearbeitung, erstklassige Sprecher und eingängige Titelmelodie.

 

Wertung 90 %

 

Dauer jeweils zwischen 6 und 12 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

Beim SRF Montags um 23.04 Uhr oder als Download

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