Sonntag, 31. Mai 2026

Rebecca – Fundgrube für Taylor Swift

 

Buchcover


Das Buch „Rebecca“ erschien als Buch erstmalig 1939 und wurde schnell ein überraschender Erfolg für die junge Autorin Daphne du Maurier. Noch im gleichen Jahr verfilmte Alfred Hitchcock diesen Thriller, der bis heute als Klassiker der Kriminalliteratur gilt. Von 4 Hörspielbearbeitungen ist lediglich die Version des BR von 1973 erhalten, die Pastewka in „Kein Mucks“ im Mai 2026 vorstellt. Alle Hörspielversionen basieren auf einer Schauspielversion, die leicht von der Buchversion abweicht.

Inhalt

Rebecca ist seit einem Jahr tot. Sie ertrank bei einem ihrer geliebten Segelunfälle. Die Leiche wurde 40 km entfernt gefunden und von ihrem Ehemann Maxim de Winter identifiziert. Dennoch bestimmt Rebecca das Leben auf dem Gut Manderley. Maxim de Winter flüchtete sich auf Reisen und hält nun mit seiner neuen, jungen Frau Einzug, um ein neues Leben zu beginnen. Doch der Geist Rebeccas macht es der jungen Frau nicht leicht. Die Einrichtung ist von Rebecca bestimmt, das Personal verehrt die Tote und ignoriert ihre Nachfolgerin. Zum Eklat kommt es auf einer Kostümfeier, als die Haushälterin der jungen Frau ohne ihr Wissen ein Kleid von Rebecca empfiehlt. Ein unentschuldbarer Fauxpas. Am selben Abend kentert ein Schiff, in der Nähe der Unglücksstelle von Rebecca. Ihr Segelboot wird gefunden und in ihm befindet sich eine Leiche: Rebecca. Nun beginnt ein psychologisches Kammerspiel und zeitgleich ein spannender Kriminalfall.

 

Das Hörspiel

Das etwas längere Hörspiel ist schon leicht angestaubt: Mit allen Vor-und Nachteilen. Lange, geschliffene Dialoge aus der Welt des wohlhabenden englischen Adels, bis in die letzte Rolle mit hervorragenden Sprechern besetzt. Allen voran Peter Passetti als Maxim. Die Spannung entsteht nicht durch hektischen Szenenwechsel, sondern durch eine Handlung, die bis zum Schluss immer wieder alle möglichen Klärungen auf den Kopf stellt. Es gibt keine Guten und Bösen, sondern nur Menschen, die Beides sind. Der Kommissar ist kein Trottel, sondern ein sorgfältiger Ermittler, dem nichts Menschliches fremd ist. Das Hörspiel erzählt von einer jungen Frau, die sich nach Liebe sehnt und sie nicht findet, weil ihr die Vergangenheit im Wege steht. Dieses Motiv hat Taylor Swift 2020 zu ihrem Hit „Tolerate it“ (9. Album Evermore) animiert.  Und es ist, auch das aktuell, eine Menge Grusel und Gothic vorhanden. Und dass alles in einem klassischen Whodunit mit solider Polizeiarbeit und Gerichtsverhandlung.

Fazit 

Nicht nur für Taylor Swift zu hören. Ein zwar angestaubtes, aber spannendes und menschlich bewegendes Hörspiel.

Wertung            85 %

Dauer                85 Minuten

Verfügbarkeit   ARD Sounds Kein Mucks

 

 

 

Sonntag, 24. Mai 2026

Blasted – gut gemeinter Holzhammer

 

© ARD / Jürgen Frey



Der ARD Radio-Tatort „Blasted” ist die sechste Episode mit der Privatermittlerin Yanina Adler und dem Polizeikommissar Ünal Tekin. Als Autoren wechseln sich Su Turhan und Katja Röder ab.  Bisher ist es diesem Team noch nicht gelungen, eine ähnliche Popularität zu erzielen wie ihre Vorgänger.

Inhalt

München, ein lauer Sommerabend an der Isar. Zeit für ein gemütlichen Umtrunk. Doch Noah tritt auf eine Art Mine und wird über und über mit Farbe bombardiert. Sonst nichts. Um seinen seelischen Schaden zu beheben, bittet er Yanina Adler um Nachforschungen. Die stellt schnell fest, dass hier kein Einzelfall vorliegt, wie Kommissar Ünal Tekin bestätigt. Auch im Freibad geht eine Farbbombe hoch. Gut, das mit Dr. Erika Neska gerade die Expertin der weltweit führenden NGO vor Ort ist. Sie wirbt auf einer Spendengala für ihre Aktionen gegen Landminen. Kann eine NGO auf so eine Idee kommen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen? Oder geht es gegen eine Münchner Firma, die Zünder für Landminen herstellt? Alles heikle Themen und schnell nehmen LKA und BKA Tekin das Heft aus der Hand. Also Türen auf für die kontaktfreudige Yanina, die den Chefingenieur der Firma unter die Lupe nimmt sowie die Mitarbeiter der NGO. Gibt es hier kleine Scharmützel um Aufmerksamkeit oder steht ein Bombeninferno in der Weltstadt bevor?

 

Das Hörspiel

Selten offenbart ein Radio-Tatort sein Anliegen so direkt: Die Ächtung von Landminen, unter deren Folgen Menschen in aller Welt noch jahrzehntelang nach Ende eines Konfliktes leiden. Körperlich und seelisch. Die zugespitzte Konstruktion wird durch ein überschaubares Umfeld ergänzt: Yanina und Tekin gegen LKA und BKA, NGO gegen Hersteller, oben gegen unten in der NGO. Alles zügig und ohne Längen inszeniert. Für Musik ist bei den grauenhaften Gedanken kein Platz. Der an sich schon beunruhigende Gedanke wird durch Einblendungen von Nachrichten über reale Explosionen verstärkt.  Eine Klasse für sich ist die undurchsichtige Rolle der Dr. Erika Neska. Veronika Trautmannsdorf spielt mit ihrem Wiener Schmäh in einer Klasse für sich. Trotz überschaubarer Verdächtiger bleiben der/die Täter bis zu einem Show-Down unklar. Es lohnt auch, genau zuzuhören. Dem Autor gelingen immer wieder wunderbare Formulierungen. Leider wird aber alles sehr grobschlächtig und vereinfachend abgehandelt nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. 

Fazit 

Ein bemerkenswert politischer Tatort, dessen Anliegen durch mehr Realitätsnähe durchdringender wäre.

Wertung             75 %

Dauer                 57 Minuten

Verfügbarkeit    ARD Sounds

 

 

 

Sonntag, 17. Mai 2026

Otternwalde – Ein spannendes Hörvergnügen

Erstellt mit AI ChatGPT



Kriminalkomödien haben keinen leichten Stand. Dem einen zu seicht, dem andren nicht witzig genug. Der routinierte Autor und Regisseur Sebastian Hocke wagt sich mit „Otternwalde“ munter in dieses Genre und holt sich Top-Sprecher zur Seite.

Inhalt


Rita Kommander, eine junge Unternehmerin aus dem Ruhrpott, reist mißmutig nach Otternwalde, ein Kaff am Grüntieflinger See. Berühmt für seinen Vulkansee und das darin lebende Seeungeheuer Otti. Aber Rita sucht ihren Bruder, der dort die letzten Wochen auf einem Hausboot gelebt und gearbeitet hat. Er produzierte einen Podcast. Konstantin ist das schwarze Schaf der Familie. Ihre Mutter liegt im Sterben und will ihr Erbe regeln. Dazu brauchen sie Konstantin. Doch der ist ohne jede Spur verschwunden.  Die Dorfbewohner verdächtigen sofort Otti und erinnern an viele vergleichbare Vorfälle. Also ermittelt die tatsachenverbundene Rita auf eigene Faust. Unterstützung hat sie nur vom Kryptozoologen Öczan, der Otti-Spezialist. Ein netter, unkomplizierter Kerl. Als sie die bisherigen Folgen des Podcast anhört, stutzt sie. Wieso vertieft sich ihr Bruder in die Zeit vor fast 40 Jahren? Damals war Otternwalde ein Sägewerk mit Einwohnern, nicht das blühende Touristendort mit einem tollen Hotel und Otti als USP. Und dann gibt es plötzlich einen Beweis: Ein Fuß wird an den Stand gespült. Konstantins? Die Ereignisse überschlagen sich.

Das Hörspiel


Die gespielte Zeit umfasst nur wenige Nächte. Das Hörspiel nimmt die Perspektive von Rita ein, die auch immer wieder kommentiert. Neben ihr spielen noch eine Reihe von Charakterköpfen mit: Die locker-flockige Kommissarin, der schräge Kryptozoologe oder der etwas geheimisvolle Bootsmann. Nie ins Lächerliche gezogen. Wie überhaupt der Krimi alle möglichen Absurditäten erzählt, als seien sie normal. Irgendwann ahnt der Hörer, dass hier etwas nicht stimmt und die Spannung steigt, bis am Ende alles auf eine sehr irdische Antwort zusteuert. Dabei wird aber das Hausboot, in dem Rita zuletzt gewohnt hat, abgefackelt. Die Sprecher überziehen nie ihre Rollen. Wie immer ist Lou Strenger als Rita eine eigene Klasse. Die Rolle der Kommissarin ist ein Kunststück für sich. See, Boote, Wald etc. bieten ein hörenswerte Soundkulisse. Wie es sich für einen Urlaubsort gehört, gibt es weder Hektik noch Langeweile. Bei aller Komödie ist doch auch Kritik an der Tourismusindustrie, ständige Aufgeregtheit und überflüssigen Podcasts nicht zu überhören.

Fazit

Ein großes Hörvergnügen für Nicht-Puristen, besonders für Liebhaber der Sprechkunst.

Wertung                 90 %

Dauer                    58 min

Verfügbarkeit        ARD Sounds

 

  

Der Beifahrer - Ein fies-fröhlicher Crime-Noir

 


Buchcover


Pascal Garnier, der Autor der Buchvorlage, wurde erst nach seinem Tod entdeckt und durch aktuelle deutsch-sprachige Übersetzungen seiner Bücher durch den Schweizer Septime Verlag gewürdigt. Vor etwa einem Jahr hat der DLF Kultur das Hörspiel „Zu nah am Abgrund“ gesendet. Im Mai 2026 hat nun der HR die Federführung mit der Regisseurin Viviane Koppelmann übernommen. Wird auch das neue Hörspiel zwischen Lakonie, Grauen und Augenzwinkern chargieren? Ohne den Druck des Stundenrhythmus  des linearen Radios darf in ARD Sounds ein Hörspiel von wenigen 155 Seiten auch mal 78 Minuten dauern.

Inhalt

Fabien erhält einen Anruf von der Polizei. Seine Frau Sylvie ist bei einem Autounfall in Dijon ums Leben gekommen. Dijon? Sie leben in Paris. Der Mann am Steuer sei übrigens auch tot. Welcher Mann? Sie führten eine respektvolle Ehe ohne Zerwürfnisse, die Zeit der Leidenschaft war aber längst vorbei. Die Nachricht wirft ihn aus der Bahn: „Jetzt bin ich Witwer, ein anderer Mensch: Was soll ich denn jetzt anziehen?“. Fabien wird neugierig. Wer war der Mann, war er verheiratet? Im Leichenschauhaus ist er zwei Frauen begegnet. Ihre Spur nimmt er auf und sein bürgerliches Weltbild gerät erneut ins Wanken. Mathilde ist die Ehefrau des toten Fahrers, Madeleine dessen erste Frau und die beste Freundin von Mathilde. Fabien drängt sich unauffällig in das Leben von Madeleine: Er betritt heimlich ihre Wohnung und hinterlässt offensichtliche Spuren. Er bucht, wie die Beiden, eine Reise nach Mallorca, gleiche Zeit, gleiches Hotel. Und bekommt mehr als Kontakt zu Martine. Dem steht aber die eifersüchtige Madeleine im Wege. Und nun beginnt eine weitere Geschichte mit Hass, Liebe und weiteren Morden.

 

Das Hörspiel

Das Buch ist eine dankbare Vorlage, knappe Sätze, lakonischer Ton, wenig Psychologie und dauernd unerwartete Wendung. Ein Rezensent hat den Stil als „fies-fröhlich“ bezeichnet. Koppelmann nimmt sich genau die richtige Zeit für die vielen Szenen, die beim Hörer allmählich ein Bild der komplexen Persönlichkeiten entstehen lassen. Sie bleibt nahe an der Vorlage und gönnt uns so schöne Sätze wie: „Die Einsamkeit war für ihn nur in Begleitung denkbar.“ Ein Erzähler, der klar aus der Perspektive von Fabien berichtet, begleitet den Hörer durch das Hörspiel. Grausame Taten, eine zarte Liebesgeschichte. Ständig ein Wechselbad. Die intensive Spannung entsteht daraus, dass Garnier immer noch etwas Neues einfällt. Und wenn der Hörer denkt, nun sei´s genug, geschieht noch ein Mord. Und nicht einmal völlig abwegig. Immer zart von einer Musik begleitet, manchmal die Stimmung weiterführend oder sie explodieren lässt. Aber immer Frankreich, also nett anzuhören. Eine solche Szenerie braucht Stimmen, die alle menschlichen Wendungen erklingen lassen. Matthias Leja als Erzähler hält sich zurück, die oft gelobte Lou Strenger ist die kongeniale Besetzung für Mathilde. Der unterschätzte Patrick Güldenberg spricht die schwierige Rolle des Fabien. Der Text ist keine offene Kritik an gesellschaftlichen Zuständen, aber eine Beschreibung, die den Hörer an den alten Satz: Homo homini lupus, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf erinnert. Wieso ist dieses Motiv vor wenigen Wochen auch im Hörspiel „Wolfshunger“ aufgetaucht?

Fazit 

Hier wurde eine brillante Vorlage kongenial in ein kleines Kunstwerk umgesetzt, dass dem Hörer das Blut in den Adern gefrieren lässt. Kann es im Frühjahr 26 schon das Highlight des Jahres geben?

Dauer                 78 Minuten

Wertung             95 %

Verfügbarkeit    ARD Sounds

 

 

 

 

 

 

 

Sonntag, 10. Mai 2026

Das Dream-Team Sven Stricker, Bjarne Mädel ist zurück

 

Buchlabel


Seit guten sieben Jahren beglückt Sven Stricker als Autor und Regisseur die Hörer mit den Sörensen-Krimis. Kongenial besetzt mit Bjarne Mädel. Im Frühjahr 2026 erscheint nun das Werk „Sörensen geht aufs Haus“ multimedial als Buch, Hörbuch und eben beim Deutschlandfunk als Hörspiel. Das Buch wurde im Feb. 2026 veröffentlicht und umfasst mehr als 500 Seiten. Den von einer Angststörung geplagten Sörensen hat es ins norddeutsche Katenbüll verschlagen. Gemeinsam mit der Kollegin Jennifer hat er aber die die Unterwelt und seine Welt im Griff. Die große Fangemeinde hat schon lange auf einen neuen Aufschlag gewartet.

Inhalt

Schiefel hat ein Problem. In seinem Garten wurden menschliche Leichenteile in einem Maulwurfsloch gefunden. Die Täter waren schnell gefunden. Die ältlichen Nachbarn wollten ihm und seiner Familie eins auswischen. Aber wieso die Leichenknochen? Die hatten sie mit einem anonymen Schreiben zugesandt bekommen. Mit klaren Anweisungen. Stammen die Teile von einem jungen Mädchen, dass vor ein paar Jahren nach einer Fete verschwunden ist? Aber Schiefel hat noch mehr Probleme. Gemeinsam mit seinem Bruder will er eine Software zum Laufen bringen, um endlich den Durchbruch schaffen. Unter diesem Druck leidet auch seine Familie. Kann Sörensen ihm helfen? Zur Schulzeit waren sie dicke Freunde, haben sich dann aber aus den Augen verloren. Doch Sörensen, der genug Probleme mit seinem pflegebedürftigen Vater hat, ermittelt wie immer „neutral“, noch unterstützt von Jennifer, die überlegt abzuspringen. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Schiefels Bruder stürzt tödlich vors Bahngleis und bei der verschwundenen Teenagerin wurde schlampig ermittelt. Und wieso gab es zur Tatzeit noch eine weitere Vermisste, eine alte Frau?

Das Hörspiel

Der Serienfreund findet alles Vertraute wieder. Sörensen, angstgeplagt und hilflos mit seinem pflegedürftigen Vater; Jennifer und das ständig frotzelnde Team. Der Text ist punktgenau auf die Talente von Bjarne Mädel zugeschnitten. Sörensen begleitet die Handlung immer wieder in der Ich-Form. Die Musik begleitet mit wenigen wechselnden Akkorden die unterschiedlichen Charaktere und Geschehnisse. Bei Stricker geht es ja nie allein darum, einen Täter zu finden. Das Hörspiel ist eher eine Wanderung durch Lebensschicksale, Ängste, Rache und vieles mehr, die dann doch noch zu einem spannenden Krimi werden. Es ist aber sicher das düsterste Hörspiel in dieser Reihe. Sörensen löst den Fall, weil er (wirklich bildlich) seine Ängste überwindet und aufs Dach steigt. Nur von weit oben kann man alles sehen. 

Gelegentlich ist es Zuviel des Guten, da hätte sich der Autor den einen oder anderen Schlenker sparen können. Ähnlich ist es mit Bjarne Mädel. Sörensen entwickelt sich weiter, aber es ist immer die gleiche Mädel-Intonation, die nach zwei Stunden dann nervt.

Fazit

Trotz kleiner Schwächen wiederum 1. Liga, tolle Textvorlage, gelungene Inszenierung und lohnenswert nicht nur für Sörensen-Fans.

Dauer                 ca. 110 Min

Wertung             80 %

Verfügbarkeit    ARD Sounds

 

 

 

 

 

 


Sonntag, 3. Mai 2026

Vollmetallkreuz - Schlimmer geht immer, Tatort 209

  


© ARD / Jürgen Frey


Die vierte Episode um das illustre Team der Extremismus-Einheit aus Verden an der Aller, schickt die drei auf eine ungewollte Heavy-Metall-Kreuzfahrt. Autorin ist die versierte Simone Buchholz, Regie führt wie zuletzt immer Eva Solloch. Eine Produktion des NDR.

Inhalt

Anruf der Polizei Hamburg bei Gina Scarafino, der Teamleiterin. Auf einem Kreuzfahrtschiff wurden zwei philippinische Mitarbeiter ermordet. Und dieser Mord wurde symbolhaft als Satanistenmord mit Kreuz inszeniert. Das Schiff wurde vorläufig festgesetzt. Auf nach Hamburg. Am Steuer der Ruhepol des Teams Philipp von Treuenfels, mit dabei die Verwandlungskünstlerin Jules Dombrowski. Wenigstens die kann mit Heavy Metal etwas anfangen. Die Drei werden undercover eingeschleust und müssen erstmal überlegen, wie sie vorgehen. Ein riesiges Schiff mit tausenden, sehr speziellen Gästen und mehr als tausend Menschen Personal! Erste Verdächtige sind naheliegenderweise die schrägen Gäste und die Bandmitglieder. Jules gelingt es, sich beim Servicepersonal einzuschleusen und Kontakte aufzubauen. Doch dann beginnen Katastrophen. Das Schiff legt ab und geht auf Fahrt. Handys haben keinen Empfang mehr, alle Ortungssysteme versagen. Und die drei werden überfallen, ihre Waffen gestohlen. Die Gäste erweisen sich alle als nett und hilfsbereit. Die drei bekommen reichlich Unterstützung. Aber nur dank Jules kann der nächste Mord verhindert werden. Von den Dreien und einer großen Gästemeute.


Das Hörspiel

Das Setting bietet alles, was man für ein tolles Hörspiel braucht. Ein charaktervolles Team, ein überschaubares Umfeld und mit Kreuzfahrtschiff, Heavy Metall Musik und entsprechenden Gästen jede Menge attraktive Höranlässe. Das nicht-deutschsprachige Personal spielt übrigens gar keine Rolle. Die Handlung verläuft innerhalb weniger Tage auf der Passage von Hamburg nach Bergen. Die Sprecher nutzen ihr ganzes Können, um den Hörer in eine andere, eigene Welt zu versetzen. Die Dramaturgie teilt die Handlung in angemessene Hörhäppchen, denen man immer gut folgen kann. Die Musik beschränkt sich nicht auf Heavy Metal sondern begleitet die Handlung immer auch eigenständig. Der Sound ist gelegentlich etwas anstrengend, aber immer passend. Die Autorin trifft die Sprache der Handelnden sehr gut und immer wieder gelingen, sprachliche Kabinettstückchen. Über den Rest sollte man den Mantel des Schweigens decken. Die Story ist abstrus zusammengeschustert und völlig abwegig. Nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Ein Kreuzfahrtschiff legt ab und niemand merkt es??? Ortung und Internet und Wlan funktionieren nicht?? Jules übernimmt mal schnell einen Job für die Kapitänskajüte. War die Autorin noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff oder hat sich schlau gemacht? Selbst bei privaten Anbietern wäre ein solches Skript dankend abgelehnt worden. 

Fazit

Die Tatort Fans werden sich enttäuscht abwenden, alle anderen sollten die Ohren davonlassen.


Wertung                        60 %

Dauer                          49 Min

Verfügbarkeit             ARD Sounds

 

 

 

 

Piefke 18 – Menschenexperimente der Bruderschaft

  Die Reihe um den etwas abgehalfterten Berliner Privatdetektiv Piefke ist nun seit 2020 bei der Folge 18 angekommen. Inhalt und Qualität sc...