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| © ARD / Jürgen Frey |
Der ARD Radio-Tatort „Blasted” ist die sechste Episode mit der Privatermittlerin Yanina Adler und dem Polizeikommissar Ünal Tekin. Als Autoren wechseln sich Su Turhan und Katja Röder ab. Bisher ist es diesem Team noch nicht gelungen, eine ähnliche Popularität zu erzielen wie ihre Vorgänger.
Inhalt
München, ein lauer Sommerabend an der Isar. Zeit für ein gemütlichen Umtrunk. Doch Noah tritt auf eine Art Mine und wird über und über mit Farbe bombardiert. Sonst nichts. Um seinen seelischen Schaden zu beheben, bittet er Yanina Adler um Nachforschungen. Die stellt schnell fest, dass hier kein Einzelfall vorliegt, wie Kommissar Ünal Tekin bestätigt. Auch im Freibad geht eine Farbbombe hoch. Gut, das mit Dr. Erika Neska gerade die Expertin der weltweit führenden NGO vor Ort ist. Sie wirbt auf einer Spendengala für ihre Aktionen gegen Landminen. Kann eine NGO auf so eine Idee kommen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen? Oder geht es gegen eine Münchner Firma, die Zünder für Landminen herstellt? Alles heikle Themen und schnell nehmen LKA und BKA Tekin das Heft aus der Hand. Also Türen auf für die kontaktfreudige Yanina, die den Chefingenieur der Firma unter die Lupe nimmt sowie die Mitarbeiter der NGO. Gibt es hier kleine Scharmützel um Aufmerksamkeit oder steht ein Bombeninferno in der Weltstadt bevor?
Das Hörspiel
Selten offenbart ein Radio-Tatort sein Anliegen so direkt: Die Ächtung von Landminen, unter deren Folgen Menschen in aller Welt noch jahrzehntelang nach Ende eines Konfliktes leiden. Körperlich und seelisch. Die zugespitzte Konstruktion wird durch ein überschaubares Umfeld ergänzt: Yanina und Tekin gegen LKA und BKA, NGO gegen Hersteller, oben gegen unten in der NGO. Alles zügig und ohne Längen inszeniert. Für Musik ist bei den grauenhaften Gedanken kein Platz. Der an sich schon beunruhigende Gedanke wird durch Einblendungen von Nachrichten über reale Explosionen verstärkt. Eine Klasse für sich ist die undurchsichtige Rolle der Dr. Erika Neska. Veronika Trautmannsdorf spielt mit ihrem Wiener Schmäh in einer Klasse für sich. Trotz überschaubarer Verdächtiger bleiben der/die Täter bis zu einem Show-Down unklar. Es lohnt auch, genau zuzuhören. Dem Autor gelingen immer wieder wunderbare Formulierungen. Leider wird aber alles sehr grobschlächtig und vereinfachend abgehandelt nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht.
Fazit
Ein bemerkenswert politischer Tatort, dessen Anliegen durch mehr Realitätsnähe durchdringender wäre.
Wertung 75 %
Dauer 57 Minuten
Verfügbarkeit ARD Sounds

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