Sonntag, 14. Juni 2026

Piefke 18 – Menschenexperimente der Bruderschaft

 




Die Reihe um den etwas abgehalfterten Berliner Privatdetektiv Piefke ist nun seit 2020 bei der Folge 18 angekommen. Inhalt und Qualität schwankten im Laufe der Jahre. Aber der Charme der Berliner Großstadt aus den 1920-er Jahren kombiniert mit etwas Geschichtsvermittlung und schwurbelnden Geheimbünden hat offenbar seine Stammhörer gefunden. Mit gut 30.000+ Zugriffen bei Spotify hat Piefke einen festen Stand. Piefke ermittelt nicht allein, sondern wird von einer energischen Journalistin unterstützt. Jede neue Folge nimmt den gesponnenen Faden mit neuen Ideen und Szenen auf.

Inhalt

Berlin, Anfang 1919. Frauen durften erstmals bei der Wahl zur Nationalversammlung mitwählen. Am frühen Morgen bekommt Piefke Besuch von Prof. Lauterbach. Der berichtet von einer gewaltigen Explosion in seinem Laborgebäude. Muß allerdings gestehen, dass dort illegale Forschungen im Auftrag der „Bruderschaft“ durchgeführt wurden. Man wollte den Supermenschen züchten! Er selbst streitet jede Mitwirkung ab, sondern behauptet, das Schlimmste verhüten zu wollen. Piefke weiß nicht, ob er ihm glauben darf und entscheidet gemeinsam mit Lena Reiser, der Journalistin, zu ermitteln. Dem Berliner Polizeichef trauen sie nicht über den Weg. Er ist über die Bruderschaft an seinen Job gekommen. Schnell merken sie, dass ein hochangesehener, untadeliger Politiker in Lebensgefahr schwebt? Können sie ihn nach einer turbulenten Taxifahrt noch retten?

 

Das Hörspiel

Das Setting der Serie ist konstant geblieben. Piefke ermittelt, inzwischen mit einer neuen Journalistin. Die „Bruderschaft“ stellt eine ständige Gefahr dar und wird immer stärker. Sie durchdringt inzwischen Politik und Behörden. Immer wieder gibt es Einblendungen zum realen geschichtlichen Hintergrund. Ein Erzähler führt durch die eher ruhig gestaltete Handlung. Piefke ist nicht der systematische, abenteuerliche Ermittler, seine Stärke ist das Spüren von Gefahren und das vertrauensvolle Gespräch. Spielorte, Hintergrundmusik und der leichte Berliner Akzent vermitteln ein authentisches, wenngleich ernüchterndes Bild, der 1920-er Jahre in Berlin. Die Sprecher klingen leider sehr gestelzt und wenig lebensecht. 

Fazit 

Eher etwas für Stammhörer. Wenig wirkliche Spannung, durchaus zum Entspannen geeignet.

Wertung            70 %

Dauer                 50 Minuten

Verfügbarkeit    auf den gängigen Streaming - Diensten

 

Sonntag, 7. Juni 2026

Mörder sind blöd – Eine satirische Sternschnuppe


ARD Sounds_Open AI


Die Autorin Dunja Arnaszus hat schon viele Hörspiele geschrieben. Immer mit viel Sprachwitz und Ironie bis hin zum schwarzen Humor. Voll geprallt mit wahnwitzigen Ideen. Diesmal hat sie sich das Thema True Crime Podcasts vorgenommen. Anders als die Ignoranten von ARD Sounds schreiben, ist es keine Komödie, sondern bitterer Ernst.

Inhalt


Da Dideldum – Der Podcaster-Mörder geht um. Betroffen sind nur Podcaster des True-Crime-Formats. Der Attentäter nimmt keine Rücksicht und hinterlässt keine Spuren. Lediglich ein quietschendes Geräusch taucht immer wieder auf. Kelli und Melli sind zwei der Opfer: Kelli ist tot, Melli kann nicht mehr sehen. Caro und Jonas von „Krass tot“ haben auch Angst und gehen auf den Vorschlag eines Fans ein, ihnen eine Sicherheitsausstattung zur Verfügung zu stellen. Tauno stellt alles kostenlos zur Verfügung. Dafür darf er mit auf die „Convention“, die Messe für Podcaster. Da die Polizei zu keinen Ergebnissen kommt, wollen Caro, Melli und Jonas die Gefahr auf der Messe öffentlich zu thematisieren, um den Täter unter Druck zu setzen. Das gelingt auch, aber anders als erwartet. Es gibt Schüsse und Panik bricht aus. Jedenfalls wissen anschließend alle, woher das quietschende Geräusch stammt.

 

Das Hörspiel


Mörder müssen blöd sein, weil sie fast alle gefasst werden. Aber das Hörspiel erschließt sich nicht über seinen Inhalt. Die Autorin lässt an den Podcastern kein gutes Haar und nimmt sie aus allen Seiten auf die Schippe. Ihre selbstverliebte Sucht mit Tod und Kriminalität Aufmerksamkeit zu wecken. Ihr sorgloser Umgang mit Tätern und ihrer Psyche. Ein Rundumschlag, der nur auszuhalten ist, weil immer wieder neue absurde Ideen auftauchen und der Sprachwitz und die Ausdruckskunst der Autorin den Hörer bei Laune halten. Sie seziert die Sprache detailliert und entblößt den Unsinn solcher Formulierungen wie: „Danke dafür“. Dank vieler kluger Sätze gibt es aber durchaus sowas wie einen Plan. Es passiert viel und man kann leicht den Überblick verlieren. Macht aber nichts. Denn das Stück ist ein Hörvergnügen ohne Ende. Die Sprecher sind so glaubhaft, als seien es echte Mitschnitte. Es knallt und quietscht, Kuckucksuhren sind zu hören. Die Aufnahmestudios mit leisen Regieanweisungen, die Atmo auf der Convention, die Schwätzereien der Podcaster hat man so noch nie gehört. Das Hörspiel ist ein Fest für Stimmen und Stimmungen. Eine Klasse für sich ist der Abspann, der das ganze Vexierspiel noch einmal zusammenfasst. Die Rolle Taunos und seine Lebensumstände enthalten dann aber noch einen wahren, bewegenden Kern.

Fazit 

Nicht für Jedermann. Aber Schwarzer Humor at it´s best und eine gnadenlose Abrechnung mit der Podcasteritis, insbesondere der True-Crime-Variante.


Wertung            90 %

Dauer                 56 Minuten

Verfügbarkeit    ARD Sounds

 

Piefke 18 – Menschenexperimente der Bruderschaft

  Die Reihe um den etwas abgehalfterten Berliner Privatdetektiv Piefke ist nun seit 2020 bei der Folge 18 angekommen. Inhalt und Qualität sc...