Sonntag, 25. Oktober 2026

Holysoft Krimis – Die Musik der Toten Episode 1

 





Der rührige Media Verlag Holysoft hat bereits 2025 eine eigenständige Krimireihe erarbeitet und auf seiner Plattform vermarktet. Ab Herbst 2026 werden diese Krimis auch sukzessive über die gängigen Streaming-Dienste vermarktet. Die Episoden sind in sich abgeschlossen und von unterschiedlichen Autoren geschrieben. Sie soll verbinden, dass es immer klassischen Whodunit-Krimis sind. 

Inhalt

Good old England in den USA: Ein Kammerspiel in einem opulenten Landhaus. Die exzentrische, aber erfolgreiche Opernsängerin Victoria Hamilton lädt zu ihrem 70. Geburtstag ein. Aber es ist kein großes Event, denn nur wenige ausgewählte Gäste dürfen dabei sein. Victoria wurde vor einigen Jahren das Aurora-Diadem gestohlen. Es hat ihr viel bedeutet. Kurz vor ihrem Tode, seit leidet an Krebs, hat sie einen Detektiv beauftragt den Täter zu finden. Es gelang: Es ist einer dieser fünf Gäste! Darunter Angela, ihre stets schlecht behandelte Tochter, ihr EX Adam Coopers und der Pianist Damian Walker.Allle haben beständige Geldnöte. Aber am nächsten Morgen liegt Victoria mit Gift aus einer Spritze ermordet im Bett! Der leicht trottelige Kommissar Grant lässt den Tatort prüfen und beginnt tief in der Vergangenheit aller Beteiligten zu graben. Der Hörer folgt spannend immer neuen Entlarvungen, um am Ende eine unerwartete, dramatische Lösung des Falles zu  erleben.

Das Hörspiel

Schön, dass es ein Autor wagt, noch so ein old-school-Hörspiel zu schreiben. Fast ein closed-room Erlebnis mit wenigen Verdächtigen. Die Stimmen sind alle sehr charakteristisch für die jeweiligen Figuren. Der Kommissar Grant erinnert ein wenig an Colombo und der Hörer ahnt schnell, dass da mehr zu erwarten ist. Und wie in den großen Agatha Christie Krimis klärt der Kommissar vor versammelter Runden den Fall. Autor und Regie lassen sich Zeit genug, dass der Hörer sich in die Figuren hineinversetzen kann. Da werden schon Schicksale erzählt, die einen Mord zur Folge haben können. Insgesamt nett und glaubwürdig erzählt, gelegentlich etwas weit hergeholt. Das Beiwerk an Musik und Geräuschen ist eher sparsam genutzt. Leider wird es mit der Zeit dann doch alles etwas langatmig und die Spannung lässt nach. Der Autor hat die Latte vielleicht etwas hoch gehängt, aber dennoch eine beachtliche Höhe erreicht.

Fazit

Als Einstieg unbedingt gelungen. Das Hörspiel macht Lust auf mehr. Luft nach oben bleibt immer.

Dauer                 ca. 110 Minuten

Wertung             80 %

Verfügbarkeit    ARD Sounds

Mittwoch, 21. Oktober 2026

Gruß aus der Küche – Krimigroteske für Dummies

 

Erstellt mit AI


Eine Überraschung: Der WDR veröffentlicht Frühherbst 2026 ein Hörspiel einer jungen, unbekannten Autorin: Sarah Claire Wray, die sich auch gleich an die Regie wagt. Zudem löst sich der WDR mit einer Spieldauer von 47 Minuten vom klassischen Zeitformat. Die Latte liegt hoch: „Gruß aus der Küche“ muss sich mit so namhaften Autoren wie Tom Hillenbrand und Robert Brack messen, die bereits Krimis in der Welt der Sterne-Küche geschrieben haben. 

Inhalt

Gymmi ist Auszubildende im Sternelokal „Echtzeit“. Knüppelharte Arbeit, rauer Umgangston und einen Ekel als Chef. Aber genau das war schon immer ihr Traum. Der Eigentümer und Chef Nils ist ehrgeizig und strebt einen weiteren Stern hat. Hart, aber auch eine tolle Herausforderung für das Team, weil es anders nicht klappen kann. Die Sous-Chefin Milena hat jedenfalls immer ein offenes Ohr für Gymmi. Doch dann fehlt Milena mehrere Tage. Erst spät ist sie für Gymmi erreichbar und hat eine beunruhigende Nachricht. Sie hat Nils beobachtet wie er etwas vertuscht. Etwas was die Existenz des Lokals und des gesamten Teams gefährdet. Wie soll sie mit dieser Info umgehen? Wenn der Verdacht falsch ist, bekommt sie die Schuld. Doch Gymmi und Milenna machen sie erst mal schlau. Wie ist Nils an das Lokal gekommen? Wo hat er seine Erfahrungen gesammelt? Für die beiden wird es ein Tanz auf dem Vulkan. Ständig Neugier und Risiko abwägen. Erst der Besuch in einem Altenheim birgt Neuigkeiten.

Das Hörspiel

Das Hörspiel bildet den Mikrokosmos Teamarbeit im Sternelokal intensiv ab. Ständiger Druck, Befehl und Gehorsam. Das geht allerdings bis zur Persiflage, wenn das Team ständig im Chor jubelt: „Jawohl Nils“ oder ähnliches. Aber menschlich bleiben alle Personen flach und eher charakterlos, was den Sprechern das Leben schwer macht. Die Story wird zügig erzählt, der Hörer folgt über weite Strecken den Ich-Erzählungen von Gymmi. Allerdings ist dann der Plot derart platt, dass der Hörer diesen vermeintlichen Krimi nur als Groteske wahrnehmen kann. Das hätte jeder Oberstufenlehrer als banale Plattheit zurückgehen lassen. Thema verfehlt.

Fazit

Hier wird die Redaktion zum Fürsorgeteam für junge Autoren und nicht Kurator des Hörers. Schade um die Zeit.

Wertung            60 %

Dauer                 ca. 47 Minuten.

Verfügbarkeit    ARD Sounds

 

 

 

 

 

 

 

 

Holysoft Krimis – Die Musik der Toten Episode 1

  Der rührige Media Verlag Holysoft hat bereits 2025 eine eigenständige Krimireihe erarbeitet und auf seiner Plattform vermarktet. Ab Herbst...