Sonntag, 7. Juni 2026

Mörder sind blöd – Eine satirische Sternschnuppe


ARD Sounds_Open AI


Die Autorin Dunja Arnaszus hat schon viele Hörspiele geschrieben. Immer mit viel Sprachwitz und Ironie bis hin zum schwarzen Humor. Voll geprallt mit wahnwitzigen Ideen. Diesmal hat sie sich das Thema True Crime Podcasts vorgenommen. Anders als die Ignoranten von ARD Sounds schreiben, ist es keine Komödie, sondern bitterer Ernst.

Inhalt


Da Dideldum – Der Podcaster-Mörder geht um. Betroffen sind nur Podcaster des True-Crime-Formats. Der Attentäter nimmt keine Rücksicht und hinterlässt keine Spuren. Lediglich ein quietschendes Geräusch taucht immer wieder auf. Kelli und Melli sind zwei der Opfer: Kelli ist tot, Melli kann nicht mehr sehen. Caro und Jonas von „Krass tot“ haben auch Angst und gehen auf den Vorschlag eines Fans ein, ihnen eine Sicherheitsausstattung zur Verfügung zu stellen. Tauno stellt alles kostenlos zur Verfügung. Dafür darf er mit auf die „Convention“, die Messe für Podcaster. Da die Polizei zu keinen Ergebnissen kommt, wollen Caro, Melli und Jonas die Gefahr auf der Messe öffentlich zu thematisieren, um den Täter unter Druck zu setzen. Das gelingt auch, aber anders als erwartet. Es gibt Schüsse und Panik bricht aus. Jedenfalls wissen anschließend alle, woher das quietschende Geräusch stammt.

 

Das Hörspiel


Mörder müssen blöd sein, weil sie fast alle gefasst werden. Aber das Hörspiel erschließt sich nicht über seinen Inhalt. Die Autorin lässt an den Podcastern kein gutes Haar und nimmt sie aus allen Seiten auf die Schippe. Ihre selbstverliebte Sucht mit Tod und Kriminalität Aufmerksamkeit zu wecken. Ihr sorgloser Umgang mit Tätern und ihrer Psyche. Ein Rundumschlag, der nur auszuhalten ist, weil immer wieder neue absurde Ideen auftauchen und der Sprachwitz und die Ausdruckskunst der Autorin den Hörer bei Laune halten. Sie seziert die Sprache detailliert und entblößt den Unsinn solcher Formulierungen wie: „Danke dafür“. Dank vieler kluger Sätze gibt es aber durchaus sowas wie einen Plan. Es passiert viel und man kann leicht den Überblick verlieren. Macht aber nichts. Denn das Stück ist ein Hörvergnügen ohne Ende. Die Sprecher sind so glaubhaft, als seien es echte Mitschnitte. Es knallt und quietscht, Kuckucksuhren sind zu hören. Die Aufnahmestudios mit leisen Regieanweisungen, die Atmo auf der Convention, die Schwätzereien der Podcaster hat man so noch nie gehört. Das Hörspiel ist ein Fest für Stimmen und Stimmungen. Eine Klasse für sich ist der Abspann, der das ganze Vexierspiel noch einmal zusammenfasst. Die Rolle Taunos und seine Lebensumstände enthalten dann aber noch einen wahren, bewegenden Kern.

Fazit 

Nicht für Jedermann. Aber Schwarzer Humor at it´s best und eine gnadenlose Abrechnung mit der Podcasteritis, insbesondere der True-Crime-Variante.


Wertung            90 %

Dauer                 56 Minuten

Verfügbarkeit    ARD Sounds

 

Sonntag, 31. Mai 2026

Rebecca – Fundgrube für Taylor Swift

 

Buchcover


Das Buch „Rebecca“ erschien als Buch erstmalig 1939 und wurde schnell ein überraschender Erfolg für die junge Autorin Daphne du Maurier. Noch im gleichen Jahr verfilmte Alfred Hitchcock diesen Thriller, der bis heute als Klassiker der Kriminalliteratur gilt. Von 4 Hörspielbearbeitungen ist lediglich die Version des BR von 1973 erhalten, die Pastewka in „Kein Mucks“ im Mai 2026 vorstellt. Alle Hörspielversionen basieren auf einer Schauspielversion, die leicht von der Buchversion abweicht.

Inhalt

Rebecca ist seit einem Jahr tot. Sie ertrank bei einem ihrer geliebten Segelunfälle. Die Leiche wurde 40 km entfernt gefunden und von ihrem Ehemann Maxim de Winter identifiziert. Dennoch bestimmt Rebecca das Leben auf dem Gut Manderley. Maxim de Winter flüchtete sich auf Reisen und hält nun mit seiner neuen, jungen Frau Einzug, um ein neues Leben zu beginnen. Doch der Geist Rebeccas macht es der jungen Frau nicht leicht. Die Einrichtung ist von Rebecca bestimmt, das Personal verehrt die Tote und ignoriert ihre Nachfolgerin. Zum Eklat kommt es auf einer Kostümfeier, als die Haushälterin der jungen Frau ohne ihr Wissen ein Kleid von Rebecca empfiehlt. Ein unentschuldbarer Fauxpas. Am selben Abend kentert ein Schiff, in der Nähe der Unglücksstelle von Rebecca. Ihr Segelboot wird gefunden und in ihm befindet sich eine Leiche: Rebecca. Nun beginnt ein psychologisches Kammerspiel und zeitgleich ein spannender Kriminalfall.

 

Das Hörspiel

Das etwas längere Hörspiel ist schon leicht angestaubt: Mit allen Vor-und Nachteilen. Lange, geschliffene Dialoge aus der Welt des wohlhabenden englischen Adels, bis in die letzte Rolle mit hervorragenden Sprechern besetzt. Allen voran Peter Passetti als Maxim. Die Spannung entsteht nicht durch hektischen Szenenwechsel, sondern durch eine Handlung, die bis zum Schluss immer wieder alle möglichen Klärungen auf den Kopf stellt. Es gibt keine Guten und Bösen, sondern nur Menschen, die Beides sind. Der Kommissar ist kein Trottel, sondern ein sorgfältiger Ermittler, dem nichts Menschliches fremd ist. Das Hörspiel erzählt von einer jungen Frau, die sich nach Liebe sehnt und sie nicht findet, weil ihr die Vergangenheit im Wege steht. Dieses Motiv hat Taylor Swift 2020 zu ihrem Hit „Tolerate it“ (9. Album Evermore) animiert.  Und es ist, auch das aktuell, eine Menge Grusel und Gothic vorhanden. Und dass alles in einem klassischen Whodunit mit solider Polizeiarbeit und Gerichtsverhandlung.

Fazit 

Nicht nur für Taylor Swift zu hören. Ein zwar angestaubtes, aber spannendes und menschlich bewegendes Hörspiel.

Wertung            85 %

Dauer                85 Minuten

Verfügbarkeit   ARD Sounds Kein Mucks

 

 

 

Mörder sind blöd – Eine satirische Sternschnuppe

ARD Sounds_Open AI Die Autorin Dunja Arnaszus hat schon viele Hörspiele geschrieben. Immer mit viel Sprachwitz und Ironie bis hin zum schwar...