Der WDR pflegt noch die Tradition des regionalen Cosy Crime. Anfang 2026 erscheint der zweite Krimi um die rheinische Frohnatur Pamela Schlonski, Inhaberin der Putzfirma Sauberzauber und den aus Norddeutschland stammenden Kommissar Lennard Vogt. Eine echte Herausforderung: Bis auf die Dramaturgie und Musik haben alle anderen Mitwirkenden gewechselt.
Inhalt
Im Backofen der Biobäckerei Schnerrenberg wird ein toter Weckmann gefunden. Eigentlich eine süßes Hefegebäck in Form eines stilisierten Mannes. Hier mit einer echten Leiche: Dem Inhaber der Gärtnerei Klaus Steiner. Pamela ist noch vor dem Kommissar an Ort und Stelle. Inhaber der Bäckerei ist schließlich ihr Onkel. Aber wer tut dem angesehenen und erfolgreichen Gärtner so etwas an? Als Expertin für Ordnung und Sauberkeit mischt sich Pamela aktiv in die Ermittlungen ein. Unterstützt vom Kioskbesitzer Totti, ihrer Tochter Leia und viel Bauernschläue. Verdächtige gibt es schnell: Die langjährige Chefsekretärin, eine Mitarbeiterin, der gerade gekündigt wurde. Ein Streit bei einem Grundstückskauf. Aber es gibt auch viele Ungereimtheiten: Wer konnte überhaupt in die Bäckerei kommen und so eine komplizierte Tat verüben? Zu guter Letzt wirft dann das Testament des Toten noch einmal alles über den Haufen. Wieso erbt eine junge Pferdewirtin der Pferdehofes sein ganzes Vermögen?
Das Hörspiel
Vorab: Deutlich spannender als man es von einem Cosy-Krimi erwarten darf. Der Hörer darf beständig mitdenken und wird am Ende überrascht sein. Alles ganz brav und grundsolide inszeniert mit attraktiven Spielorten wie Bäckerei, Gärtnerei und Pferdehof. Aber am wichtigsten sind hier die im sympathischen rheinischen Singsang daherkommenden Charakterköpfe. Alle mit viel Charme und Chuzpe. Allen voran Pamela, der man gerne zuhört. Erstaunlich, dass der WDR so viele Dialektsprecher auftreibt, die stark überzeichnen, aber immer die richtige Grenze finden Der Autorin sind viele falsche Fährten gelungen, die Freude am Mitverfolgen machen. Die Dialoge sind immer kurz und knackig und laden gelegentlich zum lauten Lachen ein. Von einem frotzelnden Team werden Pamela und Lennard zunehmend zu einem Team, dass sich gegenseitig schätzt und ergänzt. Tochter Leia, als Internet-Aktivistin bringt dann noch ein paar jungen Töne ein. A propos. Die Musik ergänzt die Szenen bestens. Wenn Pamela zur Ruhe kommen will, vernimmt der Hörer entsprechend ruhige Töne, die ihm erlauben, seine Gedanken schweifen zu lassen.
Fazit
Ein ausgesprochen unterhaltsames, spannendes Hörspiel. Zugleich eine warmherzige Hommage an die Menschen und die Region des Rheinlandes. Gerne mehr davon.
Wertung 90%
Dauer 55 Minuten
Verfügbarkeit
ARD Audiothek

