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| © ARD / Jürgen Frey |
Die vierte Episode um das illustre Team der Extremismus-Einheit aus Verden an der Aller, schickt die drei auf eine ungewollte Heavy-Metall-Kreuzfahrt. Autorin ist die versierte Simone Buchholz, Regie führt wie zuletzt immer Eva Solloch. Eine Produktion des NDR.
Inhalt
Anruf der Polizei Hamburg bei Gina Scarafino, der Teamleiterin. Auf einem Kreuzfahrtschiff wurden zwei philippinische Mitarbeiter ermordet. Und dieser Mord wurde symbolhaft als Satanistenmord mit Kreuz inszeniert. Das Schiff wurde vorläufig festgesetzt. Auf nach Hamburg. Am Steuer der Ruhepol des Teams Philipp von Treuenfels, mit dabei die Verwandlungskünstlerin Jules Dombrowski. Wenigstens die kann mit Heavy Metal etwas anfangen. Die Drei werden undercover eingeschleust und müssen erstmal überlegen, wie sie vorgehen. Ein riesiges Schiff mit tausenden, sehr speziellen Gästen und mehr als tausend Menschen Personal! Erste Verdächtige sind naheliegenderweise die schrägen Gäste und die Bandmitglieder. Jules gelingt es, sich beim Servicepersonal einzuschleusen und Kontakte aufzubauen. Doch dann beginnen Katastrophen. Das Schiff legt ab und geht auf Fahrt. Handys haben keinen Empfang mehr, alle Ortungssysteme versagen. Und die drei werden überfallen, ihre Waffen gestohlen. Die Gäste erweisen sich alle als nett und hilfsbereit. Die drei bekommen reichlich Unterstützung. Aber nur dank Jules kann der nächste Mord verhindert werden. Von den Dreien und einer großen Gästemeute.
Das Hörspiel
Das Setting bietet alles, was man für ein tolles Hörspiel braucht. Ein charaktervolles Team, ein überschaubares Umfeld und mit Kreuzfahrtschiff, Heavy Metall Musik und entsprechenden Gästen jede Menge attraktive Höranlässe. Das nicht-deutschsprachige Personal spielt übrigens gar keine Rolle. Die Handlung verläuft innerhalb weniger Tage auf der Passage von Hamburg nach Bergen. Die Sprecher nutzen ihr ganzes Können, um den Hörer in eine andere, eigene Welt zu versetzen. Die Dramaturgie teilt die Handlung in angemessene Hörhäppchen, denen man immer gut folgen kann. Die Musik beschränkt sich nicht auf Heavy Metal sondern begleitet die Handlung immer auch eigenständig. Der Sound ist gelegentlich etwas anstrengend, aber immer passend. Die Autorin trifft die Sprache der Handelnden sehr gut und immer wieder gelingen, sprachliche Kabinettstückchen. Über den Rest sollte man den Mantel des Schweigens decken. Die Story ist abstrus zusammengeschustert und völlig abwegig. Nach dem Motto: Was nicht passt, wird passend gemacht. Ein Kreuzfahrtschiff legt ab und niemand merkt es??? Ortung und Internet und Wlan funktionieren nicht?? Jules übernimmt mal schnell einen Job für die Kapitänskajüte. War die Autorin noch nie auf einem Kreuzfahrtschiff oder hat sich schlau gemacht? Selbst bei privaten Anbietern wäre ein solches Skript dankend abgelehnt worden.
Fazit
Die Tatort Fans werden sich enttäuscht abwenden, alle anderen sollten die Ohren davonlassen.
Wertung 60 %
Dauer 49 Min
Verfügbarkeit ARD Sounds

