Sonntag, 22. März 2026

Nahörma Holmes Klassiker - Ein überflüssiger Versuch






NaHörma ist ein eher unbekannter Produzent, der bereits eine Reihe von Lesungen und Hörbücher aus dem Kosmos Sherlock Holmes veröffentlicht hat wie die Serien „Der alte Sherlock Holmes“ oder „Seine weltberühmten Fälle“, allesamt Pastiche-Interpretationen. Seit Anfang 2026 folgt nun ein Rundumschlag mit echten Hörspielen, die auf den Originalen beruhen. In kurzer Zeit (bis März 26) sind bereits sechs Hörspiele veröffentlicht worden. Sie folgen den originalen Publikationsdaten der Doyle-Stories. Autor ist dabei jeweils Charles Fraser, der auch die meisten Pastiche geschrieben hat.

Die ersten drei Hörspiele

Folge 1 Skandalgeschichte im Fürstentum O...

Dies ist die erste Holmes-Geschichte. Sie erschien 1891 im Strands unter dem Namen „Scandal in Bohemia“. Dies ist der Titel der ersten deutsche Übersetzung. Hier erscheint auch Irene Adler, die erste Frau, die ihn je überlistet hat und daher künftig nur noch „Die Frau“ heißt.

Folge 2 Der Bund der Rothaarigen

The Red-Headed League oder The Adventure of the Red-headed League ist eine Sherlock-Holmes-Kurzgeschichte von Sir Arthur Conan Doyle, die erstmals im August 1891 im Strand Magazine erschien und von Sidney Paget illustriert wurde. Sie ist eine der Klassiker-Erzählungen.

Folge 3 Ein Fall geschickter Täuschung

Ein Fall geschickter Täuschung (A Case of Identity) erschien erstmals im September 1891 im Strand Magazine und wurde im Jahr darauf mit 11 anderen Fällen in Die Abenteuer des Sherlock Holmes veröffentlicht.

Die Hörspiele

Nutzer der Streaming-Dienste werden sich wohl auf solche Produktionen einstellen müssen. Seit für Hörbücher ein zusätzlicher Account zu zahlen ist, gibt es mehr Hörspiele, die eigentlich inszenierte Lesungen sind und damit z.B. bei Spotify weiterhin zu den Hörspielen gehören. Dies nutzt auch NaHörMa aus.  Verschiedene Sprecher lesen die Textvorlage in den wechselnden Rollen, es gibt keine Musik und keinen Sound. Leider haben die Sprecher auch eher das Niveau der B-Liga. Die bisher erschienenen Folgen haben eine Spielzeit bis zu einer Stunde. Der abo-lose Hörer hat die Möglichkeit bei Legimi mal hineinzulauschen.

Fazit

Nur etwas für Sammler oder Zufallsgäste. Da gibt es im Kosmos deutlich besseres für wenig oder gar kein Geld.

Wertung    60 %

Verfügbarkeit

In den gängigen Streaming-Diensten

https://music.amazon.de/tracks/B0GJCJFXZN?referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.com%2F

 

 





Sonntag, 15. März 2026

Tödliche Baustelle - Der hessische Radio-Tatort

© ARD / Jürgen Frey

 


Hochkarätiger kommen nur wenige Radio-Tatorte daher: Regiegenie Leonhard Koppelmann, renommierter Autor Martin Mosebach und dann noch Sprecher wie Felix von Manteuffel und Ole Lagerpusch. Mit der neunten Episode des Frankfurter Teams startet der HR ins Jahr 2026. Und das Team sind nicht nur die beiden Kommissare sondern auch hessischen Urgesteine im Büro: Fr. Teschenmacher und Fr. Felsenstein.


Inhalt


Der Bauunternehmer Lummelmann wird tot am Fuße eines Aufzugsschacht aufgefunden. Es war seine Baustelle und eigentlich stand der sechstöckige Bau seit einigen Wochen still. Und das war das Problem. Das Großunternehmen Investo war sang-und klanglos und geldlos Pleite gegangen. Was wollte er dort? War er versehentlich heruntergefallen? Oder geschubst? Es gibt reichlich Spuren im Schnee, die nicht weiterhelfen. Wo fängt man da an zu suchen? Doch Hilfe kommt von unerwarteter Seite: Die Felsensteine ist seit ihrer Kindheit mit der Frau des Toten befreundet und so ergeben sich ganz neue Information. Lummelmann stand selber vor der Pleite, seine Bank hatte die Daumenschrauben angezogen. Sein gute Freund und Subunternehmer Eimer drohte Lummelmann heftig, weil der ihn in diese Misere hineingezogen hat. Wieso ist plötzlich der Sohn aus erster Ehe der Frau verschwunden?

Wieso hat Lummelmann kurz vor seinem Tod noch den einen türkisch-stämmigen Kollegen angerufen? Viele Frage, aber keine Antwort. Vielleicht gibt der Tresor Auskunft, der überraschend im Wohnhaus der Lummelmanns entdeckt wird.

 

Das Hörspiel

 

Das Setting mit den beiden Kommissaren und den Damen im Büro verschiebt sich etwas, weil Felsenstein viele unbekannte Details einbringen kann. Im übrigen tun alle vier ihren soliden Dienst in der Großstand Frankfurt mit reichlich Immobilienhaien und Menschen, die immer noch Dialekt sprechen. Felsenstein ist die Erzählerin, die die Story in Rück-und Einblendungen berichtet. Dies erfordert hohe Konzentration, lohnt aber. Das Tempo ist angemessen und mit attraktiver Szenerie: Baustelle, edles Wohnhaus, Flughafen, Büro. Die Musik spielt eine bedeutende Rolle, Songs bestärken den gehörten Inhalt (16 tons), gehen gelegentlich in den Text über und deuten Ruhe oder Spannung an. Allein auch schon hörenswert. Der Stammhörer wird wissen, dass es weniger auf den Plot ankommt, sondern auf den Weg dahin. Der gewiefte Autor Mosebach erzählt aber auch Familiendramen und von der Hilflosigkeit eines kleinen Bauunternehmers gegenüber den Konzernen. Und ein klein wenig schummeln wir doch alle.

 

Fazit 

 

Die Inszenierung ist mutiger und schwieriger zu hören, aber es lohnt sich, weil eine Weiterentwicklung stattfand, die Sprecher und die Regie bestens agieren und es einfach ein Hörvergnügen ist.

 

Wertung 85 % 

 

 

Dauer ca. 53 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

Nahörma Holmes Klassiker - Ein überflüssiger Versuch

NaHörma ist ein eher unbekannter Produzent, der bereits eine Reihe von Lesungen und Hörbücher aus dem Kosmos Sherlock Holmes veröffentlicht ...