Dienstag, 21. Juli 2026

Paradise City - Die Zukunft ist näher als du denkst

 

Buchcover



Zoe Beck ist eine der wenigen deutsch-sprachigen Krimiautorinnen. Immer wieder hochdekoriert schreibt sie spannende Krimis, die stark in den Thrillerbereich reichen. Die literarische Vorlage zu diesem Hörspiel wurde bereits 2020 als Buch veröffentlicht und hatte einen Umfang von mehr als 200 Seiten. Außer dem Titel hat es überhaupt nichts mit dem Paradise City von Dirk Schmidt aus dem Jahre 2017 für das Hammer Tatort Team zu tun.

Inhalt

Eine unbestimmte Zeit in der Zukunft. Die Uckermark ist praktisch unbesiedelt, der Staat bestimmt die Medien. Es gibt keine chronischen Krankheiten mehr, die Apps der High-Techmedizin steuern den Alltag der Menschen. Aber es gibt noch ein paar Unbelehrbare. Das Journalisten Team Gallus arbeitet immer noch investigativ und kritisch. Der Gallus-Chef Özlem schickt Liina in die Uckermark. Dort wurde eine Frau von einem Wolf brutal überfallen. Doch Liina trifft auf eine Mauer des Schweigens. Niemand sagt etwas, niemand weiß etwas. Doch Liina gibt nicht auf, erst recht als sie erfährt, daß Özlem bei einem Unfall am Bahnhof ums Leben kam. Das ganze Gallus-Team ist beunruhigt. War Özlem auf einer heißen Spur? Wieso lief er morgens den gleichen Weg wie die Gesundheitsministerin? Doch Liina hat ihr eigenes Geheimnis: Sie lebt mit dem ersten gezüchteten Herzen der Welt. Und nun entwickelt sich eine spannende Story um Parallelwelten, Dystopien und einen übermächtigen Staat.

Das Hörspiel

Trotz Sci-Fi-Elementen ein eher konventionelles Hörspiel. Eine begleitende Erzählerin, viele Dialoge, viele Geräusche und fast keine Musik. Die Sprecher lassen die unterschiedlichen Charaktere deutlich erklingen. Eine unbestimmte Zukunft erscheint glaubwürdig, weil all diese Dinge sich aus heutiger Sicht schon abzeichnen. Dieser angstmachenden Dystopie werden „echte“ Menschen entgegengesetzt, die lachen, lieben, weinen und Angst haben. Die Protagonisten Liina ist ausgesprochen sympathisch und der Hörer folgt ihren Gefühlen und ihren Spuren. Auch sind die vermeintlich Bösen nicht nur Übeltäter, sondern eben auch Menschen.  Dadurch entsteht die Spannung in der Story, weil der Hörer kaum ahnt, wie es weitergeht. Die Autorin warnt deutlich vor möglichen Entwicklungen, greift aber dabei etwas zu viele Nebenthemen auf. Es wird auch zuviel zurechtgebogen, damit die Story funktioniert. 

Fazit

Diesen warnenden Hinweis auf eine mögliche Zukunft sollte man sich nicht entgehen lassen. Nicht wirklich eine Dystopie, sondern ein Blick auf eine futuristischen, aber realistische Welt.

Dauer                 56 Minuten

Verfügbarkeit    ARD Sounds

Sonntag, 12. Juli 2026

BND 29 Ein Falle im Weltraum – Wer hoch fliegt, kann auch tief falle

 



BND (Bundesnachrichtendienst) ist ein Solitär in der Serienlandschaft. Im Mittelpunkt dieser Serie in der dritten Staffel steht ein Team des Bundesnachrichtendienstes mit den beiden Allround-Spioninnen Anna und Nelly. Die Serie hat mit dem Begründer des BND Gehlen und der Vorgeschichte von Annas Vater bald nach dem zweiten Weltkrieg begonnen und ist inzwischen in der Gegenwart angekommen.

Inhalt

Kourou, Guyana. Der Start der neuen Ariane6-Rakete endete mit einer Katastrophe. Eine Explosion ruiniert die Startrampe, die Rakete und ihre wertvolle Fracht. Es droht das Ende dieser erfolgreichen europäischen Zusammenarbeit, wenn es wiederum technisches Versagen ist. Doch das Team um Anna hat seine Zweifel. War es ein Hack? Der ESA-Sicherheitsdienst schwört, alles gecheckt zu haben. Doch es gibt Staaten, die Ariane liebend gerne am Boden sehen. Und es gibt in den USA finanzstarke Wettbewerber, die vielleicht einen Konkurrenten ausschalten wollen. Jedenfalls macht sich das Team auf nach Kourou, um die Fakten zu prüfen. Ein Teil begibt sich in die Staaten, wo der größte private Wettbewerber gerade dabei ist, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Anna macht sich die Eitelkeit und die Frauenverrücktheit des Milliardärs zu nutze. Sie machen gemeinsam einen Ausflug ins All und Anna setzt ihn unter Druck.

 

Das Hörspiel

Wie immer nutzt die Reihe reale Gegebenheiten und entwickelt daraus fiktive Hörspiele. Ariane, Kourou und die ESA mit Sitz in Darmstadt kennt der Nachrichtenhörer. Und schnell sind auch die Russen und Elon Musk zu identifizieren. Die Hörspielsituation ist also durchaus denkbar. Das Team tritt in gewohnter Besetzung an, in der jeder seinen eigenen Sprachduktus hat, der auch zotig bis ordinär sein kann. Die Amerikaner müssen dann einen grauenhaften Slang sprechen. Im Übrigen nutzt die Regie sonst nicht die klanglichen Möglichkeiten einer Spielszene in Afrika oder den USA. Keine Musik, kein Geräusch deutet darauf hin, wo der Hörer sich gerade befindet. Das hätte ein wenig Abwechslung in die vielen netten Dialoge gebracht. Da hilft dann auch das Lauschen eines touristischen Raumausfluges wenig. In ihrer inhaltlichen Hilflosigkeit sind den Autoren dann die Gäule durchgebrannt. Eine eigenwillige Umsetzung des Spruches:  Am Ende wird alles gut und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.  Musik und Geräusche spielen keine große Rolle, die B-Liga Sprecher arbeiten ihren Auftrag ab.

Fazit 

Ein Tiefpunkt der Serie, die offenbar ihren Höhepunkt überschritten hat. Neugierige sollten die Finger und Ohren davon lassen.

Dauer                 58 Minuten

Wertung             60 %

Verfügbarkeit    auf den gängigen Streaming - Diensten

 

 

 

 

Paradise City - Die Zukunft ist näher als du denkst

  Buchcover Zoe Beck ist eine der wenigen deutsch-sprachigen Krimiautorinnen. Immer wieder hochdekoriert schreibt sie spannende Krimis, die ...