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Der 214. Radio-Tatort ist bereits der 22. Fall des Hammer Teams. Bei einer solchen Serienproduktion bleiben Hochs und Tiefs nicht aus. Phänomal ist aber, dass die vier Ur-Typen aus dem Looser Team Hamm immer noch lauschenswert sind: Den Sprechern Uwe Ochsenknecht (Scholz), Matthias Leja (Lenz), Christine Prayon (Ditters) und der unnachahmbare Söhnke Möhring (Latotzke), der im Fernsehen gerne von seinem Bruder verdrängt wird, gebührt höchstes Lob. Kein Tatort-Autor ist so ideenreich, sprachgewaltig und immer auch selbstironisch wie Dirk Schmidt. Da freut man sich auf jedes neue Werk.
Inhalt
Das Hammer Team der Kripo setzt sich aus Loosern zusammen. Keiner geht freiwillig nach Hamm. Jeder hat seine Schwächen, aber auch Stärken. Alle vier stürzen sich auf einen neuen Mordfall. Benno, der legendäre Spürhund, wurde erschossen. Benno kann in wenigen Sekunden Drogen und Datenträger erschnuppern. Aber sein Hundeführer Kilian Dalberg ist auch verschwunden. War Dalberg das eigentliche Ziel von Drogendealern? Darauf deuten auch Hinweise seiner engen Kollegin Gülce: Dalberg hat wohl selbst gedealt. Tapfer nehmen die Vier ihre Ermittlungen auf: Latotzke telefoniert mit Kumpels, Ditters geht seine letzten Tage durch und findet eine heiße Spur. Auf einer seiner Touren mit Benno hat Dalberg einem IT-Spezialisten für Datensicherheit das Haus gerettet. Er hatte ein Feuer an der Gartenhütte entdeckt und ihn gewarnt. Benno, IT und Datenträger. War da was? Steckt da was ganz Großes dahinter? Sie sind entschlossen, hier das ganz große Ding zu drehen und bereiten einen nächtlichen Einsatz in der Firma des IT-Spezialisten vor. Kein High-Tech, aber ein extrem gefährlicher Hund. Doch wie so oft, kommt es anders als gedacht. Und Dalberg bleibt verschwunden. Bis Latotzke eine Idee hat.
Das Hörspiel
In diesem Hörspiel passt alles zusammen. Alle vom Team kommen ausführlich zu Wort und Tat, ihre Plänkeleien sind allein schon hörenswert und vermitteln immer auch ein Bild vom Typus. Beim Autor Dirk Schmidt gibt es keine Rolle, der man nicht auch etwas Sympathisches abgewinnt. Die Handlung ist immer schlüssig und nicht an den Haaren herbeigezogen. Tempo und Ruhe liegen in einer angenehmen Waage. Alles zügig erzählt und mit stimmigen Geräuschen und dem ruhigen Hamm-Motiv unterlegt. Mit IT-Sicherheit und Drogen werden brisante Themen aufgegriffen, die auch wunderbare Hörmomente erlauben. Aber bei Dirk Schmidt sollte sich der Hörer jeden Satz und jedes Wort auf der Zunge zergehen lassen. Schmidt gewährt auch immer einen Blick in die Innenwelt der Polizei, wo systematisches Vorgehen gegen Spürnase agiert. Eine besondere Kunst des Autors ist es, Erwartungen aufzubauen, um sie dann mit wenigen Worten oder Sätzen zu zerstören. Ist Kilian Dalberg eine gefährlicher Drogendealer oder nur ein verängstigtes Häschen? Wie endet der präzise vorbereite Einsatz des Teams?
Fazit
Das Hammer-Team: Immer wieder ein großes Hörvergnügen. Das Sprecherteam und der Autor sind ein Solitär in der Tatort-Welt.
Dauer ca. 55 Minuten
Wertung 95 %
Verfügbarkeit ARD Sounds

