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Hochkarätiger kommen nur wenige Radio-Tatorte daher: Regiegenie Leonhard Koppelmann, renommierter Autor Martin Mosebach und dann noch Sprecher wie Felix von Manteuffel und Ole Lagerpusch. Mit der neunten Episode des Frankfurter Teams startet der HR ins Jahr 2026. Und das Team sind nicht nur die beiden Kommissare sondern auch hessischen Urgesteine im Büro: Fr. Teschenmacher und Fr. Felsenstein.
Inhalt
Der Bauunternehmer Lummelmann wird tot am Fuße eines Aufzugsschacht aufgefunden. Es war seine Baustelle und eigentlich stand der sechstöckige Bau seit einigen Wochen still. Und das war das Problem. Das Großunternehmen Investo war sang-und klanglos und geldlos Pleite gegangen. Was wollte er dort? War er versehentlich heruntergefallen? Oder geschubst? Es gibt reichlich Spuren im Schnee, die nicht weiterhelfen. Wo fängt man da an zu suchen? Doch Hilfe kommt von unerwarteter Seite: Die Felsensteine ist seit ihrer Kindheit mit der Frau des Toten befreundet und so ergeben sich ganz neue Information. Lummelmann stand selber vor der Pleite, seine Bank hatte die Daumenschrauben angezogen. Sein gute Freund und Subunternehmer Eimer drohte Lummelmann heftig, weil der ihn in diese Misere hineingezogen hat. Wieso ist plötzlich der Sohn aus erster Ehe der Frau verschwunden?
Wieso hat Lummelmann kurz vor seinem Tod noch den einen türkisch-stämmigen Kollegen angerufen? Viele Frage, aber keine Antwort. Vielleicht gibt der Tresor Auskunft, der überraschend im Wohnhaus der Lummelmanns entdeckt wird.
Das Hörspiel
Das Setting mit den beiden Kommissaren und den Damen im Büro verschiebt sich etwas, weil Felsenstein viele unbekannte Details einbringen kann. Im übrigen tun alle vier ihren soliden Dienst in der Großstand Frankfurt mit reichlich Immobilienhaien und Menschen, die immer noch Dialekt sprechen. Felsenstein ist die Erzählerin, die die Story in Rück-und Einblendungen berichtet. Dies erfordert hohe Konzentration, lohnt aber. Das Tempo ist angemessen und mit attraktiver Szenerie: Baustelle, edles Wohnhaus, Flughafen, Büro. Die Musik spielt eine bedeutende Rolle, Songs bestärken den gehörten Inhalt (16 tons), gehen gelegentlich in den Text über und deuten Ruhe oder Spannung an. Allein auch schon hörenswert. Der Stammhörer wird wissen, dass es weniger auf den Plot ankommt, sondern auf den Weg dahin. Der gewiefte Autor Mosebach erzählt aber auch Familiendramen und von der Hilflosigkeit eines kleinen Bauunternehmers gegenüber den Konzernen. Und ein klein wenig schummeln wir doch alle.
Fazit
Die Inszenierung ist mutiger und schwieriger zu hören, aber es lohnt sich, weil eine Weiterentwicklung stattfand, die Sprecher und die Regie bestens agieren und es einfach ein Hörvergnügen ist.
Wertung 85 %
Dauer ca. 53 Minuten
Verfügbarkeit
ARD Audiothek

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