Samstag, 21. Februar 2026

Dark Holmes – Die neue Staffel 2026

 



Trotz des großen Erfolgs hat es lange gedauert bis eine neue Staffel mit der „dunklen Seite“ des Sherlock Holmes zu Jahresbeginn 2026 erscheint. Das Setting bleibt erhalten: Spielort ist Dallas Police Department. Dort arbeitet Holmes als Polizist eng mit seiner Kollegen Jasmin Lestrade zusammen. Vor allem wegen seiner ständigen Drogenproblem steht ihm der Psychologe John Watson eng zur Seite. Wird Holmes aus dem letzten Tief herausfinden? Das Escort-Girl Lucy hatte seinen Heiratsantrag abgelehnt. Neu ist lediglich, dass die 6 Episoden aus drei Doppelfolgen bestehen, die nur zusammen verständlich sind,

 

Inhalt Good Girl (14) – Bad Boy (15)

 

Die Jeannie, die Tochter des rechtsradikalen Senator Fenton ist seit kurzem spurlos verschwunden. Der hoch angesehene Senator beauftragt Captain Wallace, den Chef des Dallas Police Department, verschwiegene Ermittlungen durchzuführen. Ein Job für das Team um Jasmin Lestrade. Wenn da nicht das Drogenproblem von Holmes wäre. Kurz nach Beginn der ersten Ermittlungen trifft ein Bekennerbrief mit Drohungen ein. Darin gibt es für Holmes einige Ungereimtheiten. Ist sie abgehauen und hat alles nur inszeniert? Oder ist der Chef des Sicherheitsdienstes involviert? Ein Tagebuch der Entführten verrät Überraschendes.  War sie nicht so brav, wie geschildert? Die Ermittlungen in ihrer High-School ergeben weitere Hinweise und erste Verdächtigungen. Doch dann senden die Entführer ein Ohrläppchen des Mädchens zusammen Anweisungen zur Übergabe eines Lösegeldes. Doch die gut observierte Übergabe scheitert kläglich und das Team steht unter extremen Druck. Kann ein Zettel aus ihrer Bibel dem Team helfen und ihr Leben retten?

 

Die Hörspiele

 

Das Setting läuft weiter wie in der 1. Staffel. Holmes ist nicht mehr ganz so chaotisch, aber er kämpf mit der verlorenen Liebe von Lucy, dem Escort-Girl und dem Kokainkonsum. Jasmin und Watson sind die Ruhepole.Es geht insgesamt etwas ruhiger zur Sache. Die Handlung enthält viele hörenswerte Dialoge und manch rasante Szene. Die Produktion ist erneut auf einem sehr hohen Niveau. Den Sprechern nimmt man ihre Rollen ab, es hört sich nach echtem Leben an. Die Handlung ist spannend, mit gelegentlichen Rucklern. Die gescheiterte Lösegeldübergabe ist unglaubwürdig, wenngleich der Hörer sich freut, einen verkleideten Holmes zu erleben. Das Ende kommt dann doch überraschend. Die Dramaturgie hätte den Wortlaut des Autors gelegentlich überarbeiten müssen. Da gibt es Sätze, die keine sind, und schlüpfrige Passagen. Aber gut eingeführte falsche Fährten entschädigen die Schwächen. Der Autor nutzt das Hörspiel auch, um die grauenhafte Szenerie der Rechtsextremen in den USA zu entlarven. Die Realität hat ihn da leider schon überholt. Und natürlich ist die epischen, gelegentlich etwas lang gezogene, Musik zu loben, die ein wenig Filmmusikatmo vermittelt.

 

 

Fazit

 

Etwas anders als die erste Staffel, aber immer noch hörenswert. Eindeutig eine der besseren Umsetzungen eines modernisierten Sherlock-Holme.

 

Wertung 80%

 

Dauer je Episode ca. 40 – 60 Minuten

 

 

Verfügbarkeit

 

Bei Amazon Music

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oder bei allen gängigen Streaming-Dienste 

 

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Wolfshunger - Ein Gothic-Thriller ?


 

Die ARD kommt um den Trend zu Gothic und Thriller nicht herum. Die jungen Autorin Kristin Höller hat bereits einige Bücher veröffentlicht, die alptraumartige Szenerien enthalten und fantastisch inszeniert sind, so jedenfalls der Tenor einiger Rezensenten. Wolfshunger ist ihr viertes Hörspiel.


Inhalt


Die Schuldirektorin Katja lebt mit ihrem halberwachsenen Sohn Finn auf einem abgelegenen Hof. Umgeben von tiefem Wald, einem dunklen Waldsee, einem riesigen Garten und einem Hühnergehege. Fast wie Selbstversorger. Und das alles mitten in einem Wolfsgebiet. Alle Anrainer sind mit dem Geheul der Wölfe vertraut, aber auch mit den Schäden, die sie anrichten: Zu Tode gequälte tote Tiere. Aber man arrangiert sich und postet die grauenvollen Bilder im Netz. Hier möchte die junge, attraktive Jule ein paar Tage ausspannen, bevor sie weiterzieht. Sie fühlt sich wohl, packt an, verrät aber nichts über sich. Die Wölfe machen ihr nichts aus, selbst als alle Hühner gerissen und der Stall zerstört wird. Katja fühlt sich eigenartig zu Jule hingezogen, die beiden gehen im einsamen, kalten Waldsee Baden. Sucht Katja Liebe oder nur Nähe? Auch Finn sucht die Nähe zu Jule, die ihn rigide abweist. Bei Finn wachsen finstere Gedanken. Was, wenn Jule gar kein Mensch ist? Wieso hat sie seinen silbernen Ring verschmäht? Könnte sie ein Werwolf sein? Finn muß handeln.

 

Das Hörspiel

 

Dieses Hörspiel von einer guten Stunde ist ein Kammerspiel. Nur drei handelnde Personen und eine ruhige Erzählerin, die als allwissende Erzählerin den grössten Sprechpart übernimmt. Geschildert werden ein Nachmittag, die Nacht und der folgende Morgen. Weit entfernt von der in der ARD Werbung zitierten Gothik oder Thriller. Erst nach einer halben Stunde beginnt es allmählich, gruselig zu werden. Vorher werden die Szenerie und die Stimmung eingefangen und der Hörer genießt die wundervolle Sprache der Autorin: „Die Kälte des Wassers kroch in ihren Körper.“ Die klirrend-flirrende Musik führt erst spät zu einem grauenhaften Ende, aber immer noch weit entfernt von echtem Grusel. Wolfs-und Hundegeheul, Baden im See sowie Unwetter schaffen die entsprechende Atmosphäre. Die Sprecher sind in Ton und Tempo jederzeit bestens aufgelegt und gehören zur Spitzentruppe ihres Berusstandes.

Vermutlich wird hier eine Geschichte von Nähe und Angst erzählt, aber auch abweichendem Verhalten. Könnte der Wolf in uns die größere Bedrohung sein? Schon die Römer sagten: Homo homini lupus, der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. Hier wird sich jeder Hörer eigene Gedanken machen.

 

 

Fazit 

 

Es ist zu hoffen, dass Hörer sich nicht von der Werbung abstoßen lassen. Das Zuhören ist ein Hochgenuss, der weniger Spannung aber viel Anregung und Erregung vermittelt.

 

Wertung 90 %

 

Dauer ca. 62 Minuten

 

Verfügbarkeit % 

 

 

 

ARD Audiothek

 

Die Blender – Ein locked-in crime für die Generation Z

 




Noch im Dezember 25 ist diese kleine Serie mit 8 Episoden zu je 30 Minuten erschienen. Autor ist Gregor Schmalzried, der mit Mia Insomnia bereits eine erfolgreiche Reihe für die Kasettenkinder veröffentlicht hat. Offenbar handelt es sich um eine originäre ARD Produktion. Der Anspruch ist hoch: „Eure neue Lieblingsserie in acht Folgen vom Erfolgsautor Gregor Schmalzried – zum Mitfiebern, Locked In Crime mit mystery-gruseligen Twists.“


Inhalt


Abschiedsfeier auf dem einsam gelegenen Chalet Alma. Es liegt hoch auf dem Berg und ist nur über eine Gondel zu erreichen. Besitzer ist die steinreiche Familie Mancini. Ihre Tochter Charlotte hat ihre besten Freunde hierher eingeladen, weil sie in den nächsten Tagen Marco heiraten wird, der dank Bitcoin auch reich ist. 7 Personen werden sie sein. Doch am Tag der Anreise verschlechtert sich das Wetter extrem. Bonnie, die beste Freundin von Charlotte und Trauzeugin ist die letzte die noch hochkommt. Dann geht gar nichts mehr. Man kann nicht mal mehr vor die Tür gehen. Kein Internet, aber Strom und Heizung tun. Doch kurz vor Bonnies Ankunft wurde Marco erdolcht. Als Täter kommt nur einer der 6 Anwesenden in Frage. Als Unverdächtige übernimmt Bonnie die Rolle der Detektivin und trifft auf eine Wand voller Lügen, Verdächtigungen und Selbstverleugnung dieser jungen, reichen, hippen Menschen. Und dann gibt es noch einen Mordversuch auf Charlotte. Pünktlich mit Einsatz des guten Wetters gelingt Boniie die Klärung. Sie raubt ihr allerdings sämtliche Illusionen.

 

Das Hörspiel

 

Der Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit betrifft schon die Wahrnehmung der ARD. Gregor Schmalzried hat mit Mia insomnia gerade mal einen Podcast geschrieben, dessen Daten auf Spotify die Wertung als Erfolgsautor nicht unbedingt zulassen. 

Die Zielgruppe des Hörspiels ist mit Generation Z klar benannt. Der Hörer sollte sich also auf ähs, langgezogene okays und reichlich englische Wendungen einstellen. So stellt sich jedenfalls der Autor die Welt der Schönen und Reichen und ganz schön Reichen vor. Bonnie tritt als Erzählerin auf und der Hörer folgt ihren Ermittlungen. Jede Episode beginnt mit einem kleinen Rückblick aus ihrer Sicht und stellt dann einen Verdächtigen in den Mittelpunkt, der im Titel der Episode erscheint. Ein Prinzip das Apple schon in der 8-teiligen Fernsehserie „Where´s Wanda“ verwendet hat. Die Konstruktion ist also klassisch locked-in. Wer also ist der Täter oder die Täterin? Nur Einer oder sogar 2 der 6 kommen in Frage. Gelegenheiten zur Tat gab es für alle, also geht es um die Suche nach dem Motiv. Und die zieht sich. Diese hippen Reichen lügen, widersprechen sich und suchen nach eigenen Vorteilen. Und der Autor findet immer noch ein neues Türchen: Plötzlich gibt es einen unterirdischen Gang, unentdeckte Räume etc. Also reichlich z.T. gruselige Twists (ehemals: Wendungen), aber keine Chance für den Hörer zu folgen. Spätestens ab Episode 3 wiederholt sich bis zur Episode 8(Auflösung) das Muster. By the way: Musik und Sound treffen die Atmosphäre bestens. Da gibt so ein Unwetter auch einiges her, der Hörer fröstelt beim Zuhören. Lediglich Bonnie kommt dem Hörer etwas nahe. Die altersaffinen Sprecher machen den Job solide. Was wohl auch so gewünscht ist. Denn der Autor hält dem Hörer den Spiegel vor: Wie bist du? Wie soll dein Leben sein? Welche Zukunft wünscht du dir? Ein Blick in das Innere. Der auch schon mal frösteln lässt. Vor fast 60 Jahren hat Wolf Biermann in einem Lied für seine Generation gesungen: „Du lass dich nicht verhärten in dieser harten Zeit“.

 

 

Fazit

 

Dieser Hörspiel-Podcast ist schon speziell und bedient die Hörgewohnheiten junger Menschen. Nicht spannend im Sinne eines Krimis und häufig arg weit hergeholt. Da geht das gut gemeinte Anliegen eher unter.

 

Wertung 70 

 

 

Dauer 8 Episoden

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

 

Sonntag, 15. Februar 2026

Der tote Weckmann – Ein rheinischer Cosy-crime


 


Der WDR pflegt noch die Tradition des regionalen Cosy Crime. Anfang 2026 erscheint der zweite Krimi um die rheinische Frohnatur Pamela Schlonski, Inhaberin der Putzfirma Sauberzauber und den aus Norddeutschland stammenden Kommissar Lennard Vogt. Eine echte Herausforderung: Bis auf die Dramaturgie und Musik haben alle anderen Mitwirkenden gewechselt.


Inhalt


Im Backofen der Biobäckerei Schnerrenberg wird ein toter Weckmann gefunden. Eigentlich eine süßes Hefegebäck in Form eines stilisierten Mannes. Hier mit einer echten Leiche: Dem Inhaber der Gärtnerei Klaus Steiner. Pamela ist noch vor dem Kommissar an Ort und Stelle. Inhaber der Bäckerei ist schließlich ihr Onkel. Aber wer tut dem angesehenen und erfolgreichen Gärtner so etwas an? Als Expertin für Ordnung und Sauberkeit mischt sich Pamela aktiv in die Ermittlungen ein. Unterstützt vom Kioskbesitzer Totti, ihrer Tochter Leia und viel Bauernschläue. Verdächtige gibt es schnell: Die langjährige Chefsekretärin, eine Mitarbeiterin, der gerade gekündigt wurde. Ein Streit bei einem Grundstückskauf. Aber es gibt auch viele Ungereimtheiten: Wer konnte überhaupt in die Bäckerei kommen und so eine komplizierte Tat verüben? Zu guter Letzt wirft dann das Testament des Toten noch einmal alles über den Haufen. Wieso erbt eine junge Pferdewirtin der Pferdehofes sein ganzes Vermögen?

 

Das Hörspiel

 

Vorab: Deutlich spannender als man es von einem Cosy-Krimi erwarten darf. Der Hörer darf beständig mitdenken und wird am Ende überrascht sein. Alles ganz brav und grundsolide inszeniert mit attraktiven Spielorten wie Bäckerei, Gärtnerei und Pferdehof. Aber am wichtigsten sind hier die im sympathischen rheinischen Singsang daherkommenden Charakterköpfe. Alle mit viel Charme und Chuzpe. Allen voran Pamela, der man gerne zuhört. Erstaunlich, dass der WDR so viele Dialektsprecher auftreibt, die stark überzeichnen, aber immer die richtige Grenze finden Der Autorin sind viele falsche Fährten gelungen, die Freude am Mitverfolgen machen. Die Dialoge sind immer kurz und knackig und laden gelegentlich zum lauten Lachen ein. Von einem frotzelnden Team werden Pamela und Lennard zunehmend zu einem Team, dass sich gegenseitig schätzt und ergänzt. Tochter Leia, als Internet-Aktivistin bringt dann noch ein paar jungen Töne ein. A propos. Die Musik ergänzt die Szenen bestens. Wenn Pamela zur Ruhe kommen will, vernimmt der Hörer entsprechend ruhige Töne, die ihm erlauben, seine Gedanken schweifen zu lassen.

 

Fazit

 

Ein ausgesprochen unterhaltsames, spannendes Hörspiel. Zugleich eine warmherzige Hommage an die Menschen und die Region des Rheinlandes. Gerne mehr davon.

 

Wertung 90% 

 

 

Dauer 55 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

 

Sonntag, 8. Februar 2026

Jähnicke kehrt zurück – Nach 13 Jahren

 

© 2026 Eva Lia Reinegger



Schön, dass die ARD mit dem Deutschlandfunk eine so attraktive Reihe wiederentdeckt. Mit Jähnicke tauchen auch Dr. Chang, seine Partnerin und Dengler, der Polizist wieder auf. Die erste Episode erschien bereits 2012, es folgten bis 2015 zwei weitere, die alle in der ARD Audiothek abrufbar sind.


Inhalt


Ein junger Obdachloser wird tot im Vorraum einer Bankfiliale aufgefunden. Die Obduktion ergibt, dass er durch einen E-Schocker oder Teaser getötet wurde. Papiere finden sich keine. Die Überwachungskameras zeigen etwa zur Tatzeit drei Jugendliche, die Geld abholen, ihn aber auch treten. Der Kommissar Dengler bittet Jähnicke um Hilfe. Der kennt sich in der Szene aus, denn man muss den Toten noch identifizieren. Die mühsamen Befragungen in der Szene helfen nicht weiter. Kann ein kaum zu lesender Zettel mit einem Straßennamen helfen?

 

Das Hörspiel

 

Das Hörspiel ist vor allem eine hörenswerte Sozialstudie. Milan Peschel schnoddert sich durch Berlin, so wie alle Mitspieler klanglich das pralle Leben widerspiegeln. In der Obdachlosenszene, bei den Sicherheitskräften, den geflohenen Ukrainern bietet sich reichlich Gelegenheit dazu. Die Spannung entsteht durch manche Ermittlungsschwierigkeiten, die auf falsche Fährten führen. Für manchen wird die Figur des Jähnicke überzogen sein: Er versteht sich mit jedem und öffnet immer wieder ein neues Türchen. Letztlich wird der Fall aber durch tapferes Ermitteln gelöst.

Die Story wird zügig und abwechslungsreich erzählt mit hörenswerten Charakteren sowie stimmiger Musik und Atmo. Wie heute üblich, gehört sich auch ein Blick in das komplexe Seelenleben des Jähnicke. Die Nebenschauplätze Frau Dr. Cheng und Dengler lockern die letztlich zutiefst ernste Handlung etwas auf. Mit Sprache und Story knüpft Reinegger bestens an die Vorläufer an. Ohne moralischen Zeigerfinder wird hier an Menschen erinnert, die unter Flucht und Vertreibung leiden oder aus dem Raster fallen.

 

Fazit

 

Trotz leichter Schwächen gerne mehr von Jähnicke, ohne dreizehn Jahre warten zu müssen. Allein Milan Peschel zu hören, ist ein Hörgenuss ohnegleichen.

 

Wertung 90

 

 

Dauer 76 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

 

Nahörma Holmes Klassiker - Ein überflüssiger Versuch

NaHörma ist ein eher unbekannter Produzent, der bereits eine Reihe von Lesungen und Hörbücher aus dem Kosmos Sherlock Holmes veröffentlicht ...