Sonntag, 8. Februar 2026

Jähnicke kehrt zurück – Nach 13 Jahren

 

© 2026 Eva Lia Reinegger



Schön, dass die ARD mit dem Deutschlandfunk eine so attraktive Reihe wiederentdeckt. Mit Jähnicke tauchen auch Dr. Chang, seine Partnerin und Dengler, der Polizist wieder auf. Die erste Episode erschien bereits 2012, es folgten bis 2015 zwei weitere, die alle in der ARD Audiothek abrufbar sind.


Inhalt


Ein junger Obdachloser wird tot im Vorraum einer Bankfiliale aufgefunden. Die Obduktion ergibt, dass er durch einen E-Schocker oder Teaser getötet wurde. Papiere finden sich keine. Die Überwachungskameras zeigen etwa zur Tatzeit drei Jugendliche, die Geld abholen, ihn aber auch treten. Der Kommissar Dengler bittet Jähnicke um Hilfe. Der kennt sich in der Szene aus, denn man muss den Toten noch identifizieren. Die mühsamen Befragungen in der Szene helfen nicht weiter. Kann ein kaum zu lesender Zettel mit einem Straßennamen helfen?

 

Das Hörspiel

 

Das Hörspiel ist vor allem eine hörenswerte Sozialstudie. Milan Peschel schnoddert sich durch Berlin, so wie alle Mitspieler klanglich das pralle Leben widerspiegeln. In der Obdachlosenszene, bei den Sicherheitskräften, den geflohenen Ukrainern bietet sich reichlich Gelegenheit dazu. Die Spannung entsteht durch manche Ermittlungsschwierigkeiten, die auf falsche Fährten führen. Für manchen wird die Figur des Jähnicke überzogen sein: Er versteht sich mit jedem und öffnet immer wieder ein neues Türchen. Letztlich wird der Fall aber durch tapferes Ermitteln gelöst.

Die Story wird zügig und abwechslungsreich erzählt mit hörenswerten Charakteren sowie stimmiger Musik und Atmo. Wie heute üblich, gehört sich auch ein Blick in das komplexe Seelenleben des Jähnicke. Die Nebenschauplätze Frau Dr. Cheng und Dengler lockern die letztlich zutiefst ernste Handlung etwas auf. Mit Sprache und Story knüpft Reinegger bestens an die Vorläufer an. Ohne moralischen Zeigerfinder wird hier an Menschen erinnert, die unter Flucht und Vertreibung leiden oder aus dem Raster fallen.

 

Fazit

 

Trotz leichter Schwächen gerne mehr von Jähnicke, ohne dreizehn Jahre warten zu müssen. Allein Milan Peschel zu hören, ist ein Hörgenuss ohnegleichen.

 

Wertung 90

 

 

Dauer 76 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

 

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