Freitag, 26. Dezember 2025

Schmerz des Lebens – Der Münchner Radio-Tatort


© ARD / Jürgen Frey

Der BR ist nun auch schon bei der 5. Episode (Dez.2025) um die Privatdetektivin Yanina Adler und den Kommissar Ünal Tekin in München. Diesmal wieder mit Katja Röder als Autorin, die die Hörer auch mit der Reihe „Melitta und Stern“ erfreut.

Inhalt


Ein Tsunami bricht über VINTE herein. Ein E-Payment-Startup der beiden Studienfreunde Elias Heller und Finn Weber. In den wenigen Jahren nach Gründung hat es alle nur erdenklichen Rekorde aufgestellt, ist börsennotiert und milliardenschwer. Und nun plötzlich die Katastrophe: Elias Heller wird erdrosselt in seiner Wohnung aufgefunden und Finn Weber taucht nach einer Dienstreise nicht wieder auf. Die blutjungen Mitarbeiter sind schockiert und hilflos. Auch Ünal Tekin, als die Spurensicherung nachweist, dass Heller bei zweifelhaften BDSM-Praktiken getötet wurde. Hatte Yanina da nicht auch einen Informanten an der Hand? Aber es gibt auch andere Spuren. Eine investigative Journalistin wollte einen Artikel veröffentlichen, der aufzeigt, dass VINTE nur eine Finte war, alles nur Schall und Rauch. Ihr Informant war mal für VINTE tätig. Wollte sich da jemand mehr als nur rächen? Die Mitarbeiter des Unternehmens sagen nichts und wissen nichts. Auch das Mädchen für alles, die Office Managerin Marie. Verrät ihr zärtlichen Kuss mit Finn mehr? Ünal und Yanina graben sich durch das Dickicht des Schweigens und der Lügen zur Klärung.

 

Das Hörspiel

 

Das Wirecard irgendwann in Krimis aufgegriffen wird, war ja nur eine Frage der Zeit. Da sind München und der BR genau die Richtigen. Dort wurden Milliarden von gutwilligen Anlegereuros versenkt und einer der Haupttäter ist immer noch flüchtig bzw. für den russischen Geheimdienst tätig. Das Hörspiel ergänzt diese an sich schon bizarre Szenerie um einen Ausflug in die BDSM-Szene, Einblicke in die Arbeits-und Familienwelt. Also ausgesprochen hörenswert, chronologisch erzählt mit beindruckender Soundkulisse. Eher ruhig und trotz gelegter Spuren mit wenig Spannung inszeniert. In dieser Episode steht Ünal im Vordergrund, Yanina ist lediglich Sidekick. Die Autorin hat sich bemüht, die Finanztricks in einer Szene zu erläutern. Das ist allerdings schwer verdaulich. Der Titel „Schmerz des Lebens“ weist schon darauf hin, dass es nicht nur um Sado-Maso geht: Die junge Mutter, die allein mit dem Kind zu Recht kommen muss, weil ihr Mann nur Business kennt oder Marie, die den Laden zusammenhält, ohne das es jemand zur Kenntnis nimmt. Dazu passt, dass vor allem die Frauenrollen kongenial besetzt sind. Das Mordmotiv überzeugt den Rezensenten nicht vollends.

                                       

Fazit 

 

Beachtlich diese einstündige Umsetzung des Wirecard-Skandals in ein Hörspiel. Keine Minute verschenkter Hörzeit und ein Highlight in der bayerischen Tatort-Reihe.

 

Wertung 90 % 

 

Dauer ca. 55 Minuten

 

Verfügbarkeit

 

ARD Audiothek

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