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Eine Überraschung: Der WDR veröffentlicht Frühherbst 2026 ein Hörspiel einer jungen, unbekannten Autorin: Sarah Claire Wray, die sich auch gleich an die Regie wagt. Zudem löst sich der WDR mit einer Spieldauer von 47 Minuten vom klassischen Zeitformat. Die Latte liegt hoch: „Gruß aus der Küche“ muss sich mit so namhaften Autoren wie Tom Hillenbrand und Robert Brack messen, die bereits Krimis in der Welt der Sterne-Küche geschrieben haben.
Inhalt
Gymmi ist Auszubildende im Sternelokal „Echtzeit“. Knüppelharte Arbeit, rauer Umgangston und einen Ekel als Chef. Aber genau das war schon immer ihr Traum. Der Eigentümer und Chef Nils ist ehrgeizig und strebt einen weiteren Stern hat. Hart, aber auch eine tolle Herausforderung für das Team, weil es anders nicht klappen kann. Die Sous-Chefin Milena hat jedenfalls immer ein offenes Ohr für Gymmi. Doch dann fehlt Milena mehrere Tage. Erst spät ist sie für Gymmi erreichbar und hat eine beunruhigende Nachricht. Sie hat Nils beobachtet wie er etwas vertuscht. Etwas was die Existenz des Lokals und des gesamten Teams gefährdet. Wie soll sie mit dieser Info umgehen? Wenn der Verdacht falsch ist, bekommt sie die Schuld. Doch Gymmi und Milenna machen sie erst mal schlau. Wie ist Nils an das Lokal gekommen? Wo hat er seine Erfahrungen gesammelt? Für die beiden wird es ein Tanz auf dem Vulkan. Ständig Neugier und Risiko abwägen. Erst der Besuch in einem Altenheim birgt Neuigkeiten.
Das Hörspiel
Das Hörspiel bildet den Mikrokosmos Teamarbeit im Sternelokal intensiv ab. Ständiger Druck, Befehl und Gehorsam. Das geht allerdings bis zur Persiflage, wenn das Team ständig im Chor jubelt: „Jawohl Nils“ oder ähnliches. Aber menschlich bleiben alle Personen flach und eher charakterlos, was den Sprechern das Leben schwer macht. Die Story wird zügig erzählt, der Hörer folgt über weite Strecken den Ich-Erzählungen von Gymmi. Allerdings ist dann der Plot derart platt, dass der Hörer diesen vermeintlichen Krimi nur als Groteske wahrnehmen kann. Das hätte jeder Oberstufenlehrer als banale Plattheit zurückgehen lassen. Thema verfehlt.
Fazit
Hier wird die Redaktion zum Fürsorgeteam für junge Autoren und nicht Kurator des Hörers. Schade um die Zeit.
Wertung 60 %
Dauer ca. 47 Minuten.
Verfügbarkeit ARD Sounds

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