![]() | |
|
Der Münchner Ani widmet sich im neuen Landauer Tatort erneut der Provinz. Aber keine Sorge, der wunderbare Pfälzer Singsang spielt auch hier eine tragende Rolle. Es ermitteln wie gewohnt die Oberkommissare Anima King und Claudius Piroso(Piro), eher unterstützt als behindert von den Chefs aus Ludwigshafen Fe Ekkelsberg und Ludwig Dillinger.
Inhalt
Die Physiotherapeutin Sylvia Graff wird von der 13-jährigen Mia morgens gegen 07.00 Uhr erstochen in ihrer Gartenhütte aufgefunden. Mia kennt sie gut, denn sie ist die Therapeutin ihres Fußballteams und sie hatte einen Termin bei ihr. Ludwigshafen und Landau ermitteln bei dieser schweren Gewalttat gemeinsam. Doch der Knoten will sich nicht recht lösen. Der Hauptverdächtige ist Graffs Partner Thorsten Jahnke, der Trainer dieser Mädchenmannschaft. Er war schon immer in Verdacht, den Mädchen mehr als nahe zu kommen und hatte offenbar Streit mit seiner Partnerin. Hat zudem ein falsches Alibi vorgelegt. Handydaten beweisen, dass er am Abend vor der Tat bei seiner Partnerin war, allerdings offenbar nicht zur Tatzeit. Also: Beweise suchen, immer wieder Zeugin befragen, insbesondere die jungen Fußballerinnen Mia und ihre Freundin Emma. Überraschend taucht ein zweiter Verdächtiger auf: Der junge Niklas Bohm hatte Sylvia Geld gestohlen und wohl auch eine Auseinandersetzung mit ihr. Von handfesten Beweisen sind beide Teams weit entfernt als sich eine unerwartete Wendung abzeichnet.
Das Hörspiel
Vorab: Es ist kein Hörspiel über Gewalt gegen Mädchen. Zu dem Thema bleibt alles im Unklaren. Was wohl dem Alltag entspricht. Dem möglichen Täter kann nichts dingfest nachgewiesen werden. Die jungen Frauen halten sich aus Scham oder Angst mit klaren Ansagen zurück. Wie im Fußballspiel wollen sie nicht im Abseits stehen und es sich mit niemand verderben. Wie immer bei Ani gibt es kein simples Schwarz und Weiß, sondern Menschen, die mal lügen und mal die Wahrheit sagen. Der klassische Ermittlerkrimi mäandert sich durch die Befragungen ohne Thriller-Charakter, aber mit viel Offenheit und damit Spannung. Jeder Mensch hat seinen eigenen Charakter und seinen eigenen Ton. Insbesondere den Jugendlichen gelingt es, ihr Hin-und Hergerissensein auszudrücken. Leider ist das Geräuschdesign eher schlicht. Im Garten summen die Wespen, weil die Vereinself Wespen genannt wird. Beim Verdächtigen ticken die Uhren, weil er Uhrmacher ist. Alles mit tiefen Tönen unterlegt. Ansonsten routiniert und professionell mit kurzen irritierenden Rückblenden inszeniert. Ani gelingt ein beneidenswerter Plot. Der Mord wird gelöst und parallel dazu gibt es ein Happy-End. So ein Kunststück gelingt nur wenigen Autoren. Das Ende deutet allerdings auch an, dass der geneigte Hörer künftig möglicherweise die oft hin-und hergerissene Amina nicht mehr erleben kann.
Fazit
Ein aktuelles Thema attraktiv und professionell inszeniert. Pfälzer Charme und Eigenwilligkeit sowie solide Polizeiarbeit werden zu einem gelungenen Hörspiel verstrickt. Wie heißt es so schön in der Ankündigung der Audiothek: Ein kriminell guter Fall.
Wertung 80 %
Dauer ca. 55 Minuten
Verfügbarkeit
ARD Audiothek

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen