Todesfrist war 2012 der erste Thriller des österreichischen Autors Andreas Gruber. Der überragende Erfolg führte zu mehreren Reihen, die bis heute in jeder Buchhandlung ausliegen. Auf das umfangreiche Buch (Goldmann) mit mehr als 400 Seiten und inzwischen in der 34. Auflage erschienen, folgte dann 2016 ein Hörbuch mit dem Sprecher Achim Buchmann, der fast 21 Stunden liest. Im Jahr 2016 hat SAT1emotions dann eine dreteilige Serie gesendet, die alljährlich wiederholt wird. Seit 2016 hat sich der Hörbuchmarkt erheblich verändert und ist schwieriger geworden. Die CD-Fassungen sind weniger nachgefragt, der Großteil wird über die Streaming-Dienste gehört, was für die Verlage wirtschaftlich weniger attraktiv ist. Der Hörverlag (alles Bertelsmann Konzern) veröffentlicht nun im Oktober 2025 eine echte Hörspielfassung mit fast 9 Stunden Laufzeit. Als Sprecher fungiert der als Vorleser bereits vertraute Achim Buchmann (Ein Schelm, der Böses dabei denkt) und vielen weiteren namhaften Sprechern.
Inhalt
Ein Serienmörder treibt sein Unwesen. Er quält seine Opfer unsäglich, gibt aber den nächsten Vertrauten eine Chance: Er ruft sie an und lässt die Opfer frei, wenn die Vertrauten innerhalb von 48 Stunden herausbekommen, warum er die Opfer entführt und quält. Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht die Münchner Kommissarin Sabine Nemetz, deren Mutter in München entführt und getötet wurde, weil der Vater das Rätsel nicht lösen konnte. Das BKA schickt zur Unterstützung den schwierigen Charakter, aber brillanten Profiler Maarten S. Sneijder. Beiden fällt schnell auf, dass alle Mordfälle einen Bezug zu den Geschichten aus dem Struwwelpeter enthalten. Näheres findet sich in zahlreichen Rezensionen im Netz.
Das Hörspiel
Die Inhaltsangabe klingt etwas gruselig, aber das Hörspiel ist es weniger. Hier gibt es viele gut zu hörende Szenen, die gelegentlich sogar witzig sind und immer sehr gut unterschiedliche Stimmungen und Situationen erfassen.
Auch wenn es eine lange Laufzeit hat: Es ist ein echtes Hörspiel mit verschiedenen Sprechern und Geräuschen sowie eher sparsamer Musik. Die Textvorlage wurde nur wenig gekürzt und überarbeitet. Die Einteilung in Hörabschnitte bleibt also dem Hörer überlassen. Dies ist nicht immer ganz einfach, weil es auch viele Rückblenden gibt. Zudem scheinen die kurzen Tracktitel fehlerhaft.
Die Sprecher sind durch die Bank erstklassig. Achim Buchmann ist ein begnadeter Erzähler und Johannes Klausner findet für den aus den Niederlanden stammenden Snejder einen Akzent, der nicht nervt. Luise Finckh als Sabine Nemetz ist hörbar das echte Leben dieser jungen Leute. Überhaupt sind alle Stimmen eigentlich ohne irgendwelche Schwächen. Klugerweise hat die Dramaturgie auf opulente Musik verzichtet. Geräusche und Musik sind sparsam, aber stimmig eingesetzt. Die Konzentration bleibt bei der Story. Der Großteil wird vom Erzähler gesprochen und in den vielen Beschreibungen erkennt der Hörer, dass der Autor schon eine Verfilmung im Sinne hatte. Hier hätte eine Kürzung und Übertragung in Dialoge der Spannung gut getan.
Fazit
Man hört jede Sekunde, dass hier Profis am Werk waren.Obwohl es ein Thriller ist, eher etwas für Hörer, die Ruhe lieben. Mann muss halt seinen individuellen Hör-und Pausenweg finden.
Wertung 90 %
Dauer ca. 8 Std. 41 Min.
Verfügbarkeit
Der Hörverlag

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