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Beim Marketing als Krimi ausgewiesen, ist das Hörspiel doch eher dem Genre Mystery Thriller zuzuordnen. Text und Regie des Dreiteilers stammen von dem erfahrenen Martin Heindel, ein Regisseur mit Neigung zum SiFi, der aber auch „Sissi“ inszeniert hat. Pünktlich zur Sommerpause 2026 beim Bayerischen Rundfunk erschienen.
Inhalt
Die Cronenbergs tun sich schwer mit ihrem Erbe. Heute eine ganz normale Familie stammen sie aus adligem Hause. Der Vater hat das „von“ schon mal abgelegt. Verständlich, denn es gibt viele dunkle Flecken in der Familiengeschichte. Hat der Urgoßvater seine Frau umgebracht? Das meiste bleibt verdrängt, nur irgendwo in einem Ferienhaus liegen noch ein paar alte Fotoplatten. Und genau diese wollen die Entführer von Kadira haben, der 16-jährigen Tochter. Nun bricht die heile Welt zusammen. Die Polizei ermittelt, die Eltern versuchen alles, ihre Tochter zu befreien und Sami, der Freund von Kadira und ihr Bruder Tom gehen eigene Wege. Tatsächlich gelingt es ihnen, Kadira zu befreien, aber die Probleme reißen nicht ab. Kadira ist nicht mehr die alte. Sie hört Stimmen, ist verwirrt. Die Fotoplatten stammen aus der Übermensch-Reihe des Ururgroßvaters. Von diesen Geisterbildern scheint ein unheimlicher Sog auszugehen. Kadira ist zwar frei, wird aber schnell wegen ihrer wirren Gedanken von ihren Eltern in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. Und trifft dort ihrer Entführer wieder!
Das Hörspiel
Die drei Folgen bilden ein geschlossenes Ganzes und der Hörer sollte keine allzu langen Pausen einlegen. Auch schon deshalb, weil es ein ausgesprochen spannender Krimi ist. Nun ja, eben mit einer Portion Mystery. Es gibt drei Ermittlerteams: Die Polizei, der Bruder und ihr Freund sowie die Eltern. Protagonistin ist Kadira, wunderbar gesprochen von der unbekannten Samira Isa Benhane. Dem Autor und Regisseur ist ein kleines Kunstwerk gelungen. Es gibt ruhige Szenen, dann wieder echte Reißer. Mystische Gedankengänge und dann wieder ganz normale Polizeiarbeit. Es gibt eine klassische Entführung, aber auch eine zarte Liebesgeschichte mit Kadira und Sami. Alle Rollen sind warmherzig und glaubhaft gestaltet, bis auf die Entführer möchte man alle knuddeln. Die Sprache entspricht der realen Welt, keine künstlich jugend-affine Formulierungen. Heindel erzählt viele Geschichten. Eine Familie, die mit einem schwierigen Erbe umgehen muss. Entführer, die mit den Bildern eine andere Form des Daseins suchen, die Polizei inmitten dieses Chaos und (fast) immer zu spät. Gibt es Stimmen aus einer anderen Welt, die einem Befehle zuflüstern? Oder sind es eigene Versuche, einen Ausweg aus einer schwierigen Welt zu suchen?
Fazit
Uneingeschränkte Empfehlung einzutauchen in ein Hörerlebnis ersten Ranges mit einem Lauschen in fremde Welten.
Dauer 3 Folgen zu ca. 55 Minuten
Wertung 90 %
Verfügbarkeit ARD Sounds

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